zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 10:11 Uhr

„Eid ist mehr als ein Kaufvertrag“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vereidigung und Gelöbnis an der Marineunteroffizierschule / Eine Mutter aus Peru hatte mit 10900 Kilometern die weiteste Anreise

207 Soldaten auf Zeit legten gestern ihren Eid und 29 freiwillige Wehrdienstleistende ihr Gelöbnis an der Plöner Marineunteroffizierschule (MUS) ab. Schulkommandeur, Kapitän zur See Matthias Kähler, stellte heraus, dass ein Eid und ein Gelöbnis weit mehr als ein Kaufvertrag seien. Sie bekräftigten eine besondere Treueverpflichtung, die auf Gegenseitigkeit beruhe.

Glöbnis und Vereidigung fanden gestern bei durchwachsenem Wetter auf dem Antreteplatz direkt am Großen Plöner See statt. Zu den Ehrengästen zählten unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens als Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Flottillenadmiral Rainer Endres und Vizeadmiral a.D. Heinrich Lange, aber auch Helga Hohnheit als stellvertretende Landrätin.

„Sie werden der Bundesrepublik Zähne verleihen, die Muskeln geben, die dem politischen Willen unserer Regierung erst die angemessene Glaubwürdigkeit schenken“, sagte Matthias Kähler. Zähne und Muskeln seien erforderlich, um als Staat auf der politischen Bühne nicht nur ernst genommen zu werden, sondern auch zu überleben. Um die Vereidigung ihres Sohnes als besonderes Ereignis zu erleben, war Maria Jesus Sanchez als die Mutter des Rekruten Dennis-Holger Tiedemann 10  900 Kilometer aus Peru angereist.

Vizeadmiral a.D. Heinrich Lange hielt die Festrede. Er war Kommandeur der Marineschule Mürwik, an der Offizieranwärter der Marine ausgebildet werden, und zuletzt Chef der Abteilung Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium. Lange lobte die Marinewelt „als eine schöne Welt“ und dankte den jungen Menschen für ihre persönliche Bereitschaft, dem Land, der Bundeswehr und der Marine zu dienen.

Soldaten seien im Dienst uniformiert, aber sie seien nicht uniform. Lange: „Wir sind nicht Nummern, nicht eine Masse von Truppe, sondern Persönlichkeiten, Individuen mit unseren unterschiedlichen Begabungen, Stärken und Schwächen.“ Ein guter Vorgesetzter, der Innere Führung lebe, der setze seine Soldaten so ein, dass ihre individuellen Schwächen nicht zum Tragen, aber ihre Stärken zur Entfaltung kämen.

Lange lobte die MUS: „Besonders an dieser Marineschule erneuert sich die Marine beständig – nämlich jährlich in vier Quartalen und immer wieder neu. In der MUS, so Lange, bekämen die Soldaten ein klares Wertegerüst als Bezugssystem. Die Werteordnung gebe dem Gewissen die nötige Orientierung – auch in ganz schwierigen Entscheidungssituationen.

Fregattenkapitän Steffan Helmich, Kommandeur der Lehrgruppe B, wünschte den jungen Soldaten, dass „sie den Stolz spüren werden, Angehörige dieser kleinen Elite, Angehörige eines ,Nationalteams‘ Deutsche Marine zu sein“. In seiner Gelöbnisrede zog er den aktuellen Vergleich zu den Erfolgen der Deutschen Handball-Nationalmannschaft. 

zur Startseite

von
erstellt am 11.Feb.2016 | 12:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert