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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 01:18 Uhr

Echte Löcher im sozialen Netz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Spendenaktion des Ostholsteiner Anzeigers in Zusammenarbeit mit Kinderschutzbund Ostholstein für den Elternunterstützungsfonds

von
erstellt am 08.Dez.2013 | 04:00 Uhr

Sie hat kein leichtes Los: Jasmin Kant (Name von der Redaktion geändert) zieht ihre drei schulpflichtigen Kinder allein groß. Sie ist Krankenschwester und hat eine Teilzeitstelle in einer Klinik. Sie kann arbeiten, weil ihre drei Kinder nach der Schule in einer Offenen Ganztagsschule (OGS) betreut werden.

Jasmin Kant bekommt keine staatliche Unterstützung. Von ihrem Gehalt muss sie alles bestreiten, nicht zuletzt die Kosten für die OGS. Das sind 70 Euro pro Kind und Monat Gebühr, hinzu kommen gut 60 Euro für die Mittagsverpflegung – alles zusammen also 400 Euro.

Zu viel für die Alleinerziehende. Eigentlich müsste sie die Kinder aus der OGS nehmen. Doch dann könnte sie nicht mehr arbeiten und wäre auf Hartz IV angewiesen.

Jasmin Kant ist kein Einzelfall, betont Henning Reimann, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Ostholstein. Im Gegenteil: Nach seiner Kenntnis nimmt die Zahl Alleinerziehender zu, die arbeiten und nicht genug Geld haben, um ihre Kinder in eine OGS zu schicken.

Es ist paradox: „Auf der einen Seite soll die Erwerbstätigkeit Alleinerziehenden ermöglicht werden, auf der anderen Seite gibt es für diese gesellschaftliche Herausforderung keine Lösung,“ stellt Reimann fest. Es sind echte Löcher im sozialen Netz.

Für sie hat der Kinderschutzbund als Träger von 14 Offenen Ganztagsschulen den Elternunterstützungsfonds geschaffen. Anders als eine weit verbreitete Meinung ist der Besuch einer OGS alles andere als selbstverständlich für Familien mit geringen Einkommen.

Für Jasmin Kant und ihre drei Kinder wäre auch die Rückkehr zu Hartz IV keine Lösung, denn für den Besuch der Ganztagsschule gibt es nur zehn Euro Zuschuss pro Kind. Für die Teilnahme am Mittagessen müssen Eltern auch noch 20 Euro im Monat zahlen. Jasmin Kant müsste folglich mit verringertem Hartz-IV-Einkommen immer noch 240 Euro für die Betreuung ihrer drei Kinder in der OGS zahlen, bei der es – anders als bei Kitas – keine Sozialstaffel gibt.

Dabei ist OGS nicht nur Betreuung, sondern auch wertvolle Förderung für die Entwicklung von Kindern, die weit über Hausaufgabenhilfe hinaus geht. Es ist ein weiterer Baustein von Bildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Wer für den Elternunterstützungsfonds spendet, der sorgt dafür, dass Menschen in der Situation von Jasmin Kant arbeiten gehen können und die Kinder nachmittags nicht nur betreut, sondern auch gefördert werden. Allein in diesem Jahr fehlen für Kinder, die aus dem Fonds unterstützt werden, 6000 Euro. Jede noch so kleine Spende ist willkommen und wertvoll. Wer für den Elternunterstützungsfonds spendet, kann sicher sein, dass er Kindern in seiner Nachbarschaft Gutes tut.

 

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