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Ostholsteiner Anzeiger

25. November 2017 | 10:34 Uhr

Echte Bluesgrößen in der Schulaula

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Blues at School“ begeisterte gut 200 Schüler des Gymnasiums Plön / Zusammen mit Lehrern erlebten sie Musikunterricht zum Anfassen

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 00:17 Uhr

„Do you enjoy the Blues, do you have a good time?“ - „Yeah“! Es dauerte nicht lang, und Jonn Richardson, Frederic Bernard Jouglas und Pascal Delmas hatten den Saal im Griff. In der Reihe „Blues@School“, begleitend zum Eutiner Bluesfest, gab die Jonn Richardson Band ein fulminantes Konzert vor rund 200 Schülern der 9., 10. und 11. Klassen des Gymnasiums Schloss Plön.

Texas Blues und Southern, Rock’n’Roll, Swing und Anklänge an lateinamerikanische Rhythmen durchmischten sich in mitreißender Weise zu einer etwas anderen knapp 70-minütigen Musikstunde. „Clap your hands“ hieß es bald nach der Begrüßung durch Schulleiterin Anne Paulsen und einer Einführung in die Historie des Blues durch Veranstalter Helge Nickel aus Eutin. Der vermittelte die Grundlagen des Blues, basierend auf dem „Call and response“, einst entstanden bei der Sklavenarbeit in den Südstaaten der USA: „Blues ist eine Musik, die davon lebt, dass das Publikum mitmacht, Eure Musik wie Techno und Hip Hop würde es ohne Blues nicht geben.“

Die Band war bester Stimmung, sie hatte vor einer Woche den Blues Music Award erhalten, den größten Preis, den die Blueswelt zu vergeben hat. Und so animierte ein gut gelaunter Jonn Richardson sein Publikum, das sich die Aufforderung zum Mitklatschen nicht zweimal sagen ließ. Der US-Amerikaner in vierter Generation, dessen Vorfahren einst aus Mexiko kamen, erzählte davon, wie er als Zehnjähriger erstmals Blues gehört und sich sofort darin verliebt habe. „Country und Western Musik waren meine erste Liebe, dann kamen R’n’B und Soul“, schlug er den Bogen zu anderen Musikgattungen, die alle auf den Blues zurückgingen. Bassist Frederic Bernard Jouglas griff für ein unverkennbar mit lateinamerikanischen Rhythmen gefärbtes Stück zum Kontrabass. Noch lebhafter wurde es, als Drummer Pascal Delmas den Schüler Lasse Sauer auf die Bühne holte und ihm sein Schlagzeug überließ. „Ich hab' noch nie mit so berühmten Leuten gespielt, es ist aufregend und spannend, das mitzuerleben. Ich kann das gar nicht so richtig beschreiben“, meinte der 14-Jährige, der seit fünf Jahren spielt, nach seinem Auftritt.

Improvisiert wurde auch beim Rock’n’Roll, als sich der stellvertretende Schulleiter und Musiklehrer Wolfgang Aulke mit seinem Saxophon für einen Texas Swing hinzugesellte. Dann kam noch Klaus Surkau, Lehrer für Kunst und Geschichte, auf die Bühne und übernahm von Jouglas den Bass. „Learn everything, you can learn, whatever you love, learn, and do it the way you do it, there is only one you“, gab Richardson am Ende den Schülern mit und ermutigte sie, den eigenen Weg zu gehen. Zum Schlussapplaus erhoben sich alle von ihren Stühlen und zollten den Musikern ihre Hochachtung. „Das war ziemlich geil“, meinte Helena Melzer spontan. „Wie alle am Ende mitgegangen sind, das ist mal was anderes und ein Erlebnis“, resümierte die 16-Jährige, die selbst aktiv Klavier spielt. Das Klavier ist auch das Instrument von Moritz Krüger (16): „Die Stimmung wurde immer besser, man kann mitfiebern und ist im Laufe der Veranstaltung echt reingekommen, Respekt, wie Jonn das kann.“ Auch der gleichaltrige Lukas Techau machte keinen Hehl daraus, dass Blues bisher nicht so seine Musik sei, er aber doch begeistert war: „Das hat Spaß gemacht, war sehr interessant.“


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