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Ebay-Betrug aus Geldnot – Bewährung für junge Mutter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wegen Betrugs hat das Eutiner Amtsgericht eine 23-jährige Eutinerin verurteilt. Die Frau hatte im vergangenen Jahr von Januar bis März in sechs Fällen einen Buggy und einen Kinderwagen über das Internet-Auktionshaus Ebay verkauft. Die Interessenten zahlten zwischen 50 und 130 Euro, doch die Ware bekamen sie nie geliefert.

Die zweifache Mutter zeigte sich bei dem Prozess in der vergangenen Woche geständig: „Ich war in Geldnot, mein Freund hatte mich damals verlassen“, erklärte sie und räumte zugleich ein: „Das entschuldigt die Sache natürlich nicht.“ Von dem ergaunerten Geld habe sie Lebensmittel und Kleidung für ihre heute zwei und fünf Jahre alten Kinder gekauft, gab die ungelernte junge Frau an, die sich in Privatinsolvenz befindet.

„Ich weiß, dass ich das nicht nochmal zu machen hab und daraus gelernt hab“, gab sich die Angeklagte einsichtig. Doch daran hatte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Zweifel. Der Grund: das Vorstrafenregister der Frau. Bereits drei Mal war sie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, davon zwei Mal wegen Betrugs. Erst im November 2012 hatte das Amtsgericht Eutin sie deswegen verurteilt. „Da liegt ja der Verdacht nahe, dass Sie sich das nicht zur Warnung genommen haben“, erklärte die Referendarin. Auf die Frage des Gerichts, weshalb sie damals verurteilt worden sei, hatte die Angeklagte keine Antwort. Sie wisse es nicht mehr.

Immerhin: Einen Hoffnungsschimmer, dass die junge Mutter nicht mehr straffällig wird, gibt es. Mittlerweile ist sie wieder mit ihrem Freund zusammen. Er sorgt als Maler und Lackierer für den Familienunterhalt. Außerdem will sie demnächst einen Minijob als Putzkraft antreten.

Bei der Strafzumessung kannte das Gericht trotzdem kein Pardon. Wegen der fortgesetzten Taten handele es sich juristisch gesehen um einen besonders schweren Fall, auch wenn der Schaden in vergleichbaren Fällen um ein Vielfaches höher sei, erläuterte Amtsrichterin Katrin Leinen. Eine Geldstrafe komme daher nicht in Betracht. Acht Monate Haft auf Bewährung lautete stattdessen das Urteil. Von einer Auflage, 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen, wie es die Staatsanwaltschaft zusätzlich gefordert hatte, sah die Richterin ab. „Ich denke, das ginge nur zu Lasten der Familie.“

Ganz ausgestanden ist die Sache für die Angeklagte trotzdem nicht: Sie fragt sich nun, wie sie ihren von der Polizei beschlagnahmten Computer wieder bekommen soll. Amtsrichterin Leinen lagen keine Angaben darüber vor, wo sich das Gerät befinden könnte.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 00:33 Uhr

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