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Ostholsteiner Anzeiger

22. November 2017 | 00:24 Uhr

Durchkreuzt ein alter Kanal die Hotelpläne?

vom

Projekt Schlosshotel Eutin: Historischer Entwässerungskanal bereitet Probleme

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Eutin | Die "Stunde der Wahrheit" fürs Projekt Schlosshotel rückt näher. Während die Stadt Eutin jetzt vor allem den sicheren Nachweis sehen will, dass die Investoren das 20 Millionen Euro teure Bauvorhaben finanzieren können, tun sich für dessen Planung neue Probleme auf.

Eines liegt im Untergrund des Schlossterrassen-Grundstückes verborgen: Ein historischer Entwässerungskanal, der überwiegend mit Felssteinen eingefasst und abgedeckt ist, gibt Fragen zu seinem Zustand und einer möglichen, aber zugleich kosten- und zeitaufwendigen Verlegung auf. "In Richtung Entwässerung besteht noch erheblicher Arbeitsbedarf für die Planung", bestätigte Bauamtsleiter Bernd Rubelt.

Stadtwerke-Chef Andreas Bünger sagte dem OHA, dass der in die Stadtbucht mündende Kanal, der Wasser aus dem Schlossgarten ableitet, derzeit noch funktionsfähig sei. Das zeige eine jüngst erfolgte Inspektion mit einer Spezialkamera, deren Bildertour allerdings nur bis unter das Ostholstein-Museum möglich gewesen sei.

Aufgrund der Erfahrungen mit dem alten, ebenfalls überbauten Stadtgraben, der 2009 wegen unterirdischer Ausspülungen am Rosengarten aufwendig saniert werden musste, rät Bünger zu einer Verlegung des Entwässerungskanals bei den Schlossterrassen. Wörtlich: "Wir werten zwar noch die Untersuchungsergebnisse aus, doch für einen Hotelbau dort wäre eine Umverlegung langfristig die sauberste Lösung. Anderenfalls engt die Notwendigkeit, am Kanal Raum für Instandhaltungsarbeiten zu haben, die Hotelplanung ein." Eine mögliche Kanalverlegung könnte bis zu 1,5 Millionen Euro kosten und würde bestimmt sechs Monate, wenn nicht länger dauern, so Büngers Schätzung.

Bauamtsleiter Rubelt betonte, dass die Projektplaner auf dieses Entsorgungspro blem hingewiesen worden seien. Eine Verlegung müsse auch unabhängig von Kosten und Zeit gründlich überlegt werden, da überall ums Schloss viele Bodendenkmale zu erwarten seien. Dazu müsse sich auch die Stadt Gedanken machen: "Wenn das Hotel nicht kommt, bleibt ja die Frage, wie die Entwässerung dort auf lange Sicht geregelt wird."

Die Bürgergemeinschaft Eutin sieht durch den Graben, "der direkt durch den geplanten Saalbau im Untergeschoss führt", die von ihr ohnehin abgelehnte Projektplanung vor dem Aus. "Eine Verlegung dieses Wasserlaufs dürfte den ehrgeizigen Zeitplan mit einer Eröffnung des Hotels zu Weihnachten 2015 endgültig ad absurdum führen", so Vereinssprecherin Regine Jepp.

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