Ostholstein : „Durchbruch“ für Öko-Konten

Projektleiter Bernd Homfeldt (li.) und Jörg Weiße unterzeichnen einen Vertrag für Ökopunkte.
Projektleiter Bernd Homfeldt (li.) und Jörg Weiße unterzeichnen einen Vertrag für Ökopunkte.

Die Deutsche Bahn schließt eine Kooperationsvereinbarung mit der Landwirtschaftskammer und kommt so Bauern aus Ostholstein entgegen.

shz.de von
16. November 2018, 12:15 Uhr

Noch im August waren Landwirte in Gömnitz am Rande einer Veranstaltung der Stiftung Naturschutz zu einer Protestaktion geschritten. Sie sahen den Zug in Sachen Ausgleichsflächen für die Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbelt-Querung (FBQ) ohne sich abfahren. Ihre Befürchtung: Die Deutsche Bahn könnte für diesen Zweck ausschließlich auf Land der Stiftung zurückgreifen.

Die bäuerlichen Bedenken sieht die Deutsche Bahn nun durch eine Vereinbarung mit der Landwirtschaftskammer ausgeräumt. Die Kammer habe mit ihrem Partner, der Firma „Fokus Forst“, ein Absicherungsmodell für private Ökokonten entwickelt, das es der Bahn ermögliche, den für den Trassenbau erforderlichen ökologischen Ausgleich gemeinsam mit privaten Flächeneigentümern zu schaffen, sagte Jörg Weiße, kaufmännischer Leiter der FBQ-Schienenanbindung bei der Bahn. „Das Modell der Landwirtschaftskammer bedeutet einen Durchbruch. Das Konzept ist stimmig, die Preise fair“, erklärte er gestern.

Die Zusammenarbeit mit Landwirtschaftskammer sowie „Fokus Forst“ sei hervorragend gewesen, lobte Weiße „Alle Erwartungen und Wünsche unsererseits sind hier berücksichtigt worden.“ Der Konzern habe das Absicherungsmodell abgenommen. Das schien lange Zeit fraglich. Noch Ende August hatte die Bahn erkennen lassen, dass sie die Zusammenarbeit mit einer Stiftung bevorzuge. Bei privaten Öko-Konten sah sie etwa eine auf 30 Jahre vorgeschriebene naturnahe Pflege der Flächen nicht gewährleistet – etwa, wenn ein Landwirt seinen Betrieb aufgebe. Das nun gefundene Modell ermögliche es auch Privatanbietern von Ökokonten in Ostholstein sich einzubringen, betonte Weiße.

Eine Folge des Konzeptes sei die Einbindung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), eine Erhöhung der Transparenz, eine bessere Nachvollziehbarkeit des Handels wie auch eine Absicherung der Ökokonten im Falle einer Insolvenz des Flächeneigentümers. Die Landwirtschaftskammer ist dabei Ansprechpartner für die Ökokonteninhaber. Sie koordiniere die Verträge und verwalte die Sicherungsbeträge, mit denen die notwendigen Pflegemaßnahmen über 30 Jahre abgesichert würden. Die benötigten Ausgleichsflächen für den Trassenbau werden auf mindestens 400 Hektar geschätzt.














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