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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 23:33 Uhr

Durchblick bei der Spurensuche

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Oberstufenschüler des Eutiner Weber-Gymnasiums nahmen an einer Projektwoche entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze teil

von
erstellt am 10.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Geschichtsunterricht muss nicht immer nur theoretisch sein und im Klassenzimmer stattfinden. Dies stellten die 27 Oberstufenschüler des Eutiner Weber-Gymnasiums und der Werkstattschule in Rostock fest, die an einer gemeinsamen Projektwoche entlang der früheren innerdeutschen Grenze südlich von Lübeck teilnahmen. Zusammen mit dem Organisator Dr. Andreas Wagner und Lehrer Frank Petzold vom Weber-Gymnasium sowie zwei Rostocker Lehrerinnen wanderten die Schüler zwischen dem Goldensee und dem Ratzeburger See.

Ihr Weg führte sie von Groß Thurow über das ausradierte Dorf Lankow und das Grenzhus in Schlagsdorf bis nach Rothenhusen. Unterwegs suchten sie nach Spuren der deutschen Teilung in der Natur. Doch das bloße Faktensammeln stand nicht im Fokus der Projektwoche, unter dem Titel „Durchblicke: Was trennte die Deutschen bis 1989 und wie steht es heute um die deutsche Einheit?“. Stattdessen sollten sich die Schüler mit den Geschichten hinter der Geschichte auseinandersetzen, etwa den Biografien der Zeitzeugen und den Ereignissen im Grenzgebiet.

So spürten die erst mehrere Jahre nach der Wiedervereinigung geborenen Jugendlichen in Seminaren, Wanderungen und bei Zeitzeugeninterviews verschiedene Aspekte der ehemaligen Grenzregion auf. „Mir gefielen besonders die Wanderungen entlang des früheren Todesstreifens, weil das Projekt dadurch tolle Abwechslungen zu den Seminaren bot“, sagte die 16-jährige Carolina Petau aus Malente.

Insgesamt sechs Einzelinterviews führten mehrere Schüler-Kleingruppen mit Zeitzeugen über den Alltag an der Grenze, über eine erfolgreiche Flucht, über das schockierende Erlebnis einer Zwangsaussiedlung, aber auch über den Grenzdienst in Ost und West sowie über die Hoffnungen nach dem Fall der Mauer.
Ihre Eindrücke der Projektwoche konnten die Schüler auf verschiedene Weisen festhalten: Die meisten Schüler verfassten Texte, andere drehten einen Film und eine dritte Gruppe dokumentierte die Veränderungen in der Landschaft mit Fotos.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden voraussichtlich ab Oktober in einer Ausstellung im Grenzhus in Schlagsdorf ausgestellt. Zudem sind Präsentationen an beiden Schulen geplant.





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