Wirtschaftsvereinigung Malente : Durch den Rückzug von Michael Kühn gerät auch der Bauernmarkt in Gefahr

Zeitweise war Michael Kühn sehr aktiv, hob etwa den Haus- und Gartenflohmarkt aus der Taufe. Doch nun muss er seinem beruflichen Engagement Tribut zollen.
Zeitweise war Michael Kühn sehr aktiv, hob etwa den Haus- und Gartenflohmarkt aus der Taufe. Doch nun muss er seinem beruflichen Engagement Tribut zollen.

Michael Kühn zieht sich vom Chef-Posten zurück, doch ein Nachfolger scheint nicht in Sicht zu sein.

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26. Februar 2020, 21:21 Uhr

Malente | Die Wirtschaftsvereinigung Malente (WVM) steht vor einer Führungskrise. Bei der Jahresversammlung, die am Montag, 2. März, ab 19 Uhr im Hofcafé von Radlandsichten stattfinden wird, will sich der Vorsitzende Michael Kühn nicht mehr zur Wahl stellen. Auch sein Stellvertreter Christian Wehde wolle nicht mehr kandidieren, erklärt Kühn, der in Benz wohnt.

Ich habe etwas Sorge, dass wir den Verein dann liquidieren müssen. Michael Kühn, scheidender Chef der Wirtschaftsvereinigung Malente
 

Er habe seine Absicht, nicht mehr anzutreten, den etwa 30 Mitgliedern mitgeteilt, sagt Kühn. Doch bislang habe er kein Signal erhalten, dass jemand bereit sei, seine Nachfolge anzutreten. Das könnte letztlich das Aus für die Wirtschaftsvereinigung bedeuten. „Ich habe etwas Sorge, dass wir den Verein dann liquidieren müssen.“ Dieser Schritt würde auch den Malenter Bauernmarkt in Frage stellen, der ohne Zweifel seit vielen Jahren zu den größten Attraktionen auf dem Malenter Veranstaltungskalender zählt.

Rückzug der Mitglieder

Kühn hatte die Wirtschaftsvereinigung 2013 von Franz Michael Bussmann übernommen, der den Chef-Posten seinerseits vom langjährigen Vorsitzenden Rainer Steinbock übernommen hatte. Als Kühn übernahm, hatte die Vereinigung etwa 40 Mitglieder. „In den vergangenen Jahren haben sich alle sehr zurückgezogen“, bedauerte Kühn. Über mangelnde Unterstützung wolle er sich aber nicht beklagen. „Immer wenn ich Hilfe brauchte, habe ich angerufen und Unterstützung bekommen. Er gehe nicht im Groll. „Ich will mich überhaupt nicht beschweren.“

Berufliches Engagement Grund für den Rückzug

Hauptgrund für seinen Rückzug sei seine Tätigkeit als Finanzmakler, die sich in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet habe. „Ich bin beruflich so stark eingebunden, dass ich keine Zeit mehr habe.“ Das sei auch der Grund dafür, dass er in den vergangenen Jahren keine Jahresversammlung mehr einberufen habe. Deshalb müssten am Montag zunächst mehrere Vorstandswahlen nachgeholt werden. Nach diesen Tagesordnungspunkten soll im öffentlichen Teil der Sitzung die aktuelle Situation besprochen werden.

Der Bauernmarkt ist in einem absoluten Top-Zustand. Michael Kühn, scheidender Chef der Wirtschaftsvereinigung Malente
 

Aktionen der Wirtschaftsvereinigung habe er ungeachtet der ausgefallenen Versammlungen weitergeführt. Dies gelte etwa für das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung, aber besonders für den Bauernmarkt. Der habe im vergangenen Jahr etwa 15.000 Besucher angezogen und sei nach wie vor sehr beliebt. „Der Bauernmarkt ist in einem absoluten Top-Zustand“, sagt Kühn. Ein altersbedingter Wandel in der Händlerschaft sei bewältigt worden und auch die in den vergangenen Jahren erheblich verschärften Sicherheitsanforderungen würden erfüllt.

Fünf Jahre Garten- und Hausflohmarkt

Zu Kühns Verdiensten gehört sicherlich auch der Garten- und Hausflohmarkt, den er 2013 aus der Taufe gehoben hatte und der halb Malente auf die Beine brachte. Doch dieses Engagement konnte Kühn nicht aufrechterhalten. So fand 2017 der letzte „Juniflohmarkt“ statt, wie die Veranstaltung zuletzt hieß.

Ein Schlag wäre das Ende der Wirtschaftsvereinigung auch für Bürgermeisterin Tanja Rönck, die bei der Umsetzung des Malente-2030-Prozesses und der Umsetzung der Städtebauförderung auch auf bürgerschaftliches Engagement setzt. Ohne Wirtschaftsvereinigung würde ihr ein Ansprechpartner für die Wirtschaft fehlen.

Ohne Hauptamtlichkeit nicht zu leisten

Michael Kühn hält es indes für unerlässlich, dass die Gemeinde hier auch finanzielle Unterstützung leistet. Es müsse sich jemand hauptamtlich um solche Dinge kümmern, erklärte er. „Das überfordert eine kleine Firma.“ Das habe er am eigenen Leib erfahren.

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