zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 19:21 Uhr

„Dschungelführer“ für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein neues Internetportal in 15 Sprachen soll helfen und unter der Adresse www.international.kreis-ploen.de informieren

von
erstellt am 17.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Es gibt viele Dinge, die in Deutschland selbstverständlich sind, Menschen aus anderen Ländern aber müssen diese erst erlernen. „In Anbetracht von bisher 1454 Flüchtlingen, die in diesem Jahr dem Kreis zugeteilt wurden, haben wir uns Gedanken gemacht, wie man diese Gruppen informieren kann“, sagte Landrätin Stephanie Ladwig gestern bei der Vorstellung des neuen Portals. Das Ergebnis ist eine digitale Informationsbörse für Flüchtlinge und deren Betreuer. Eben ein „Dschungelführer“, wie die Landrätin es beschreibt.

Das Besondere an diesem Portal ist, dass es auf der einen Seite Informationen zu vielen Lebensbereichen in den einzelnen Landessprachen enthält, andererseits aber auch als eine Hilfe zur Orientierung für die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer dienen kann. Entwickelt worden ist das vom Land geförderte Portal von Jutta Ziegler in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingskoordinator des Kreises, Pierre Leverenz.

„Wichtig war für uns in erster Linie, dass das Portal auch auf dem Smartphone genutzt werden kann, denn dies ist das universelle Medium aller Flüchtlinge“, so Ziegler. Zu erreichen ist das Portal entweder über die Kreisseite und „Welcome“ oder auch über die eigene Internet-adresse www.international.kreis-ploen.de.

„Da steht man vor einem Einkaufswagen und weiß nicht, wie man ihn von der Kette bekommt“, so Jutta Ziegler. Oder man wirft Plastikflaschen weg, weil es im Heimatland kein Pfandsystem gibt. Aber auch andere Fragen von größerer Bedeutung tauchen auf: Wo finde ich einen Sprachkursus, wie finde ich einen Job? Welche Beratungsstellen gibt es im Kreis? In den jeweiligen Landessprachen gibt es Hinweise, nach welchen Verkehrsregeln ein Fahrrad in Deutschland genutzt werden darf oder wie man einem Arzt sein Problem erklären kann?

Betreuer bekommen Hinweise zu Ansprechpartnern bis hin zu zur Formularvordrucken. Koordiniert wird ihre Arbeit durch Ansprechpartner und Adressenlisten, für die der Flüchtlingskoordinator des Kreises, Pierre Leverenz, gesorgt hat.

„Die Webseite richtet sich an alle interessierten Menschen, an Asylsuchende, Kommunen und Helfer“, so die Landrätin. Rund um das breit gefächerte Thema „Migration und Flüchtlinge“ werden auf der Internetseite Materialen von A wie Abfalltrennung bis Z wie Zeugnis-anerkennung zum Download bereitgestellt. Zusammengefasst werden hier auch Seiten anderer Institutionen wie der Agentur für Arbeit oder dem Bundesamt für Migration. „Es werden viele Informationen zu den Themen Sprache, Leben in Deutschland, Gesundheit, Arbeit, Bildung, Wohnen und Beratung aus einer Hand angeboten“, erläutert Jutta Ziegler.

Mit entsprechenden Postkarten, die auch und gerade in den Flüchtlingszentren verteilt werden sollen, will der Kreis die Asylsuchenden nun über die neuen Möglichkeiten des Internets informieren – mit dem Ziel, ihnen den Einstieg hier zu ermöglichen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen