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Malente : Druck gegen illegales Wohnen im Intermar

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Wohnungseigentümer sieht sich wegen der Zweitwohnungssteuer benachteiligt und macht Front gegen das dauerhafte Wohnen in dem ehemaligen Hotel.

Malente | Ein seit Jahrzehnten von den Behörden geduldeter Rechtsbruch sorgt jetzt für Ärger. Ein Hamburger, dem eine Wohnung im ehemaligen „Intermar“-Hotel gehört, zieht gegen das dauerhafte Wohnen in dem Gebäude zu Felde. Erlaubt sind dort lediglich Ferienwohnungen, die ausschließlich als solche genutzt werden dürfen. Das ist planungsrechtlich durch ein Sondergebiet Kur festgelegt, das an der Diekseepromenade gilt.

Der Hamburger hat den Plöner Rechtsanwalt Dr. Detlef Erdtmann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Auslöser ist die Zweitwohnungssteuer, die Malente seit 2004 erhebt. Denn während sein Mandant allein für dieses Jahr 791 Euro an die Gemeinde überwiesen habe, zahlten Eigentümer, die ihre Wohnung unzulässig an Dritte vermietet hätten, nichts, kritisiert Erdtmann. In den Augen seines Mandanten sei dies ein Skandal.

„Mein Mandant möchte gerne eine steuerliche Gleichbehandlung“, erklärte Erdtmann. „Es stört ihn, dass die Gemeinde nichts tut, um mehr Steuereinnahmen zu erreichen.“ Es werde ein Zustand geduldet, der für die Gemeinde zu Einnahmeverlusten führe. Nach überschlägigen Berechnungen des Rechtsanwalts kommen erhebliche Beträge zusammen. Nach seinen Informationen gibt es im Intermar derzeit etwa 50 Dauerwohner. „Es geht hier um mögliche Einnahme-Verluste von mehreren 10  000 Euro“, rechnet er vor.

Bürgermeister Michael Koch erklärte, derzeit prüfe die Gemeinde die Beschwerde des Anwalts. Zwar sei das Dauerwohnen auch nach seiner Auffassung unzulässig. Nach derzeitigem Stand könne er aber nicht erkennen, dass der Gemeinde Steuern entgingen.

Unstrittig ist, dass nicht die Gemeinde, sondern der Kreis Ostholstein als Bauaufsichtsbehörde gegen das Dauerwohnen einschreiten müsste. Doch dort habe man sein Anliegen abgeschmettert, weil „kein öffentliches Interesse“ bestehe, erklärte Erdtmann. Andernorts wird dagegen gehandelt: Das Güstrower Landratsamt (Mecklenburg-Vorpommern) forderte unlängst 30 Familien im Ostseebad Nienhagen auf, aus ihren Häusern zu ziehen, da diese in einem Feriengebiet lägen. Vom Kreis Ostholstein war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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