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Überraschende Wahl : Dritte Wahlzeit für Werner Kalinka

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der 62-jährige Dobersdorfer ist Dienstagabend zum dritten Mal Kreisvorsitzender der CDU im Kreis Plön geworden, obwohl eigentlich die Wiederwahl des Landtagsabgeordneten Peter Sönnichsen erwartet worden war.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 12:11 Uhr

Parteitage der CDU im Kreis Plön sind bekanntlich immer für eine Überraschung gut: der 62-jährige Werner Kalinka aus Dobersdorf sorgte für einen lauten Paukenschlag und löste als Herausforderer den seit acht Jahren amtierenden CDU-Kreisvorsitzenden Peter Sönnichsen ab. Damit ist Kalinka bereits zum dritten Mal Kreisvorsitzender der CDU – von 1978-1988, von 1999 bis 2005 und seit Dienstagabend erneut.

„Ich habe ein Ergebnis mit dieser Aussage für möglich gehalten“, sagte ein zufriedener Werner Kalinka nach seiner Wahl vor Journalisten. Die Stimmung in der Partei sei gut. Er wolle mit dem neuen Kreisvorstand gemeinsam mehr inhaltliche Diskussionen führen, politische Impulse setzen und das Profil der CDU stärken. „Manche Differenzen sind in der CDU im Kreis Plön auch beigelegt“, sagte Kalinka. Die CDU werde sich den bevorstehenden Aufgaben stellen und sie auch auf mehrere Schultern verteilen. Jetzt würden zunächst die politischen Schwerpunkte festgelegt um im Kreistag den Unterschied zur Kooperation aus SPD, Grünen und FWG deutlich zu machen. Den applaudierenden Mitgliedern rief Ka-linka zu, er werde aktiv arbeiten, inhaltlich diskutieren sowie im Miteinander politisch und menschlich einen guten Umgang pflegen.

„Wahl bedeutet Auswahl“, sagte ein sichtlich überraschter Peter Sönnichsen nach seiner Abwahl vom CU-Kreisvorsitz. Der 60-Jährige hätte das Amt sehr gern weiter ausgefüllt. Kritisch merkte der CDU-Landespolitiker an, dass man über den Gegenkandidaten Werner Kalinka auch vorher hätte reden können. Sönnichsen: „Eine Gegenkandidatur ist mir seit Sonntag bekannt gewesen.“ Doch Sönnichsen bewahrt Ruhe und Gelassenheit: „Ich bin bis 2017 im Landtag und bis 2018 im Kreistag.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Philipp Murmann hatte Peter Sönnichsen für eine Wiederwahl zum CDU-Kreisvorsitzenden vorgeschlagen. Er – Sönnichsen – genieße hohes Ansehen in Kreis und Land, er sei Mann des Ausgleichs, habe Gräben geschlossen, Brücken gebaut und die Parteifinanzen in Ordnung gebracht. „Mit Peter Sönnichsen kann man Wahlen gewinnen“, warb Murmann.

Werner Kalinka wurde vom Preetzer Bürgervorsteher Hans-Jürgen Gärtner als ebenso ausgleichender wie streitbarer Mensch vorgeschlagen. Peter Sönnichsen hingegen sei ein Mann „mit vielen Hüten“. Diese vielen Ehrenämter kosteten auch viel Zeit. Der erfahrene Kalinka sei als belebendes Element nicht nur in der Kreistagsfraktion motiviert und krempele gern die Ärmel hoch.

Fast zur Nebensache geriet die Wahl der vier stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden: Für die vier Posten standen Thomas Hansen, Stefan Leyk (beide Lütjenburg), Hildegard Mersmann (Schönkirchen) und Klaus Blöcker (Nettelsee) zur Wahl, die allesamt gewählt wurden. Nach 22 Jahren übergab Holger Bajorat (Selent) das Amt des Schatzmeisters an Simon Bussenius (Preetz) ab. Zu Beisitzern wurden gewählt: Malte Schildknecht, Regina Benecke, Tade Peetz, Dr. Regine Niedermeier-Lange, Ulrike Michaelsen, Claudia Petersen, Dr. Philipp Murmann, Helga Jessen, Hans-Helmut Lucht und Hans-Jürgen Gärtner.

In seinem Jahresbericht machte Peter Sönnichsen mit Blick auf Grebin (Klaus Pentzlin und Karl Schuch) deutlich, dass Mitglieder aus der CDU ausgeschlossen würden, wenn sie als Gegenkandidaten gegen die CDU in der Gemeindevertretung kandidierten. Das steht in der Satzung, die die mildeste Form eines Gesetzes sein. Die CDU stellte sich auch zu anderen Themen nicht als Union dar: „Es gibt in der CDU eine sehr gemischte Meinungen zu den Bahnlinien von Kiel nach Schönberg oder Neumünster nach Plön.“

Die CDU im Kreis Plön hat nach der letzten Statistik vor knapp einem Jahr 78 Mitglieder auf jetzt noch 1420 Mitglieder verloren. Plön sei mit seinen fünf Neuaufnahmen in der Spitzengruppe. Im weiteren Verlauf der Sitzung billigten die Mitglieder eine Beitragserhöhung um 50 Cent, die den mit 1,2 Millionen Euro in den roten Zahlen CDU-Landesverband zugute kommen.

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