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Malente : Drei Millionen Euro für Lebens(t)räume

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz hat ihre Entwicklungsstrategie für die anstehende Förderperiode bis zum Jahr 2020 verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Die Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz hat ihre Strategie für den kommenden Förderzeitraum bis 2020 festgezurrt. Die Mitgliederversammlung billigte das gut 60 Seiten starke Papier am Donnerstagabend im Sport- und Bildungszentrum des Landessportverbands einstimmig. In den kommenden sechs Jahren kann die Aktiv-Region insgesamt Fördermittel von drei Millionen Euro zusagen, deutlich mehr als in der vorigen Förderperiode, erklärte der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Aktiv-Region, Joachim Schmidt. „Wir hatten bisher 300 000 Euro jährlich zur Verfügung, künftig sind es 500 000 Euro.“

Auch ein neues Motto hat sich die Aktiv-Region gegeben. „Lebens(t)räume verbinden – natürlich für eine zukunftsfähige Region!“ lautet die Devise. Die Aktiv-Region, die zu den ersten im Land gehörte, besteht aus 45 Kommunen in den Kreisen Ostholstein und Plön. Als „kraftvoll“ und „sehr verbindend“ lobte die Staatssekretärin für ländliche Räume, Dr. Silke Schneider, das neue Leitbild. Bis zum 30. September muss die Aktiv-Region ihre „Integrierte Entwicklungsstrategie“ dem Ministerium vorlegen. Doch das wartet selbst noch auf eine Genehmigung der neuen Förderschwerpunkte. „Die EU hat uns mit der neuen Förderperiode ein ganz schönes Ei ins Nest gelegt“, erklärte Silke Schneider mit Blick auf den mit der Neuordnung für die Landesregierung verbundenen Arbeitsaufwand.

Das Geld, das bis zum Jahr 2023 ausgezahlt werden soll, stammt aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Der größte Teil – 1,2 Millionen Euro – ist für den Schwerpunkt „Nachhaltige Daseinsvorsorge“ vorgesehen, etwa die Aktivierung von Ortskernen. 900 000 Euro sollen in „Klimawandel und Energie“ fließen, 600 000 Euro in „Wachstum und Innovation“, wozu auch die Tourismusinfrastruktur zählt, und 300 000 Euro in „Bildung“. Eine Summe von gut 650 000 Euro fließt zudem in das Regionalmanagement. Noch lägen der Aktiv-Region keine Projekte vor, sagte LAG-Geschäftsstellenleiter Günter Möller.

Kreispräsident Ulrich Rüder begrüßte, dass das Thema Bildung neu eingeführt worden sei. Zugleich bedauerte er, dass durch die EU-Vorgaben zur neuen Förderperiode Maßnahmen für den für die Kreise Plön und Ostholstein so wichtigen Tourismus „arg eingeschränkt sind“. Für den Erfolg der Aktiv-Region sei interkommunale Solidarität unverzichtbare Voraussetzung. Daher appellierte Rüder an die Verantwortlichen in Städten und Gemeinden, im Boot der Aktiv-Region zu bleiben. Gemünzt war diese Aussage auf Schönwalde, das sich mit Ausstiegsgedanken trägt. „Ich habe keinen Namen genannt, aber habe mit dem betroffenen Bürgermeister schon gesprochen“, erklärte Rüder.

Die Geldverteilung zwischen den vier Schwerpunkten sei „nicht in Stein gemeißelt“, erläuterte Stephan Kathke vom Potsdamer Beratungsunternehmen „Ernst Basler und Partner“, das die Aktiv-Region bei der Ausarbeitung der Entwicklungsstrategie unterstützt hat. In den Jahren 2016, 2018 und 2020 werde die Strategie überprüft, dann könne eine Anpassung erfolgen. Möller betonte zudem, einzelne Projekte könnten unterschiedlichen Schwerpunkten zugeordnet werden.

Die Strategie unterscheidet zwischen privaten Antragstellern mit und ohne Gewinnabsicht wie Firmen und Vereinen sowie öffentlichen Antragstellern wie Kommunen. Letztere erhalten eine Förderung von 80 Prozent, bei Vereinen liegt sie zwischen 60 und 80 Prozent und bei Firmen bei 50 Prozent. Dabei handelt es sich um Nettoförderungen, real liegen die Fördersätze zwischen 42 und 67 Prozent. Die Maximale Fördersumme liegt bei 100 000 Euro, die Mindestfördersätze betragen bei Kommunen 7500 Euro, bei Privaten bei 3000 Euro. Damit die Aktiv-Region private Projekte fördern kann, sind öffentliche Kofinanzierungsmittel notwendig. Dafür stellen die Aktiv-Region und das Land jährlich jeweils 15 000 Euro bereit.

Im November sind noch einmal vier Workshops geplant, bei denen sich die Teilnehmer mit den einzelnen Schwerpunkten auseinandersetzen sollen, kündigte LAG-Vorsitzender Joachim Schmidt an. „Wir wollen den Kessel am Kochen halten, damit wir bald loslegen können, wenn wir die Genehmigung haben.“ Die Entscheidung beim Land wird für November erwartet.

 

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