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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 15:17 Uhr

„Drei alte Haudegen“ sagen Tschüss

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Appell bei den Eutiner Aufklärern mit zahlreichen personellen Änderungen / Die 2. Kompanie hat einen neuen Chef bekommen

Die Verabschiedung von „drei alten Haudegen“ und des Chefs der 2. Kompanie standen gestern Morgen im Mittelpunkt eines Appells in der Rettberg-Kaserne. Während die Leitung der 2. Kompanie von Hauptmann Josef Pleintinger an Hauptmann Andreas Breitfeld übergeben wurde, verabschiedete der Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, Oberstleutnant Georg-Wilhelm Prinz zu Waldeck, die Stabsfeldwebel Volker Kißmer, Jörg Friedrich Blumenstein und Dirk Peter Frings in den Ruhestand.

Kißmer hat, wie der Kommandeur ausführte, 34 Jahre Dienstzeit bis auf ein Jahr in Munster komplett in Eutin absolviert, er war zweimal in Bosnien und seit 2003 Controller im Bataillon. Das sei eine eher undankbare Aufgabe gewesen, die er unbeirrt ausgeführt habe. Dem Kommandeur sei er vielfach ein wertvoller Berater gewesen, und im Vordergrund habe immer sein Bestreben gestanden, das Beste für das Bataillon zu erreichen.

Stabsfeldwebel Frings kam nach zehn Jahren Dienst in Koblenz erstmals 1993 nach Eutin und nach einem Zwischenstopp in Sontra wieder 2008. Frings war erst für den Handwaffenschießsimulator zuständig, später für den Fennek-Simulator. Der Stabsfeldwebel habe vielfach in seiner Freizeit die Nutzung der Simulatoren durch Reservisten und Besucher ermöglicht und damit einen wichtigen Beitrag zur Einbindung des Bataillons in die Region geleistet. Im Kosovo und auf dem Balkan hatte Frings 496 Tage Einsatz absolviert.

Stabsfeldwebel Blumenstein kam 1999 aus Gotha nach Eutin, war zunächst Kompanietruppführer und anschließend mit den Aufgaben des Kasernenfeldwebels betraut. Prinz Waldeck: „In dieser Funktion mussten Sie vieles von mir aushalten. Sei es, dass es meiner Meinung nach mal wieder zu kalt in meinem Büro war oder, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe, den Kasernenzaun wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.“ Mit Engelsgeduld und immer einem offenen Ohr habe er sich vielen Belangen innerhalb der Kaserne gewidmet. 801 Einsatztage habe er in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan absolviert. Alle drei Unteroffiziere erhielten die Ehrennadel des Bataillons.

Dem Hauptmann Josef Pleintinger bescheinigte der Kommandeur, dass er die 2. Kompanie geprägt habe. Er habe die Kompanie kurz nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan übernommen, neu ausgerichtet und wieder zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geformt. „Sie sind ein Offizier mit Ecken und Kanten, der darüber hinaus genau weiß was er will.“

Pleintinger verpasse die Chance, mit der Kompanie im kommenden Jahr ins Kosovo zu verlegen, aber mit dem bevorstehenden Besuch des nationalen Generalstabslehrgangs an der Führungsakademie Hamburg gehe sein Wunsch in Erfüllung. Der neue Kompaniechef Andreas Breitfeld studierte in den vergangenen drei Jahren an der Bundeswehr-Universität Hamburg.

Eine förmliche Anerkennung und zwei Tage Sonderurlaub erhielt der Stabsgefreite Alexander Kostezki wegen vorbildlicher Zivilcourage. Wie der Kommandeur ausführte, kam es am 23. März in einem Einkaufsmarkt in Eutin zu einem Raub: Ein Mann habe Gegenstände gestohlen und, als er von einem Angestellten angesprochen wurde, ein Messer gezogen. Anschließend sei er geflüchtet. Der Angestellte habe die Verfolgung aufgenommen und den Täter in der Nähe gestellt. Der zufällig vorbeikommende Stabsgefreite Kostezki habe die Situation sofort erkannt und dem Angestellten bei der Überwältigung des Täters geholfen, der der Polizei übergebe wurde. Oberstleutnant Prinz Waldeck: „Stabsgefreiter Kostezki hat damit Mut und Zivilcourage bewiesen. Sein beherztes Handeln ist beispielgebend für alle Soldaten des Bataillons.“

>Beförderungen beim Appell:

Lennart Block, Georg Maximilian Dinges und Elisabeth Eva Sophia Scheiwe zum Fähnrich
Vincent Gaycken und Marc Philipp Stahmer zum Feldwebel
Robin Sydow und Snorre Morton Zimmat zum Oberfeldwebel
Nikolai Alexander Schuldt, Sabrina Hecker und Jan Specht zum Hauptfeldwebel
Kevin Manthei zum Oberleutnant


>Hauptfeldwebel Marcus Noll erhielt die

Nato-Medaille für seinen Balkan-Einsatz



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von
erstellt am 27.Mär.2015 | 17:22 Uhr

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