Drachen sind gesund, wenn sie Krach machen

Barbara Peters zeigt, wo überall im Dorf Drachen leben.
Barbara Peters zeigt, wo überall im Dorf Drachen leben.

shz.de von
18. Juni 2018, 15:43 Uhr

Wenn Drachen Feuer speien, ist das ein Zeichen von Gesundheit. Und die meisten Drachen sind, so wie Kinder, gesund, wenn sie Krach machen. Manche allerdings, ebenfalls wie Kinder, können Krach nicht gut aushalten. Die kriegen von zu viel Lautstärke Feuerstau, was eine schlimme Krankheit und für Drachen sehr gefährlich ist.

Gestern Vormittag hatte der Förderkreis Kreisbibliothek die Kinderbuchautorin Barbara Peters mit ihrem von Henriette Kröger illustrierten Buch „Drachen machen Krach“ in die Kreisbibliothek eingeladen. Es gab drei Veranstaltungen für unterschiedliche Gruppen der Kindergärten „Kindernest“ Bujendorf und „Schatzkiste“ Eutin.

Bevor die Autorin, die seit ihrer eigenen Grundschulzeit schon Geschichten schreibt, zu lesen begann, fragte sie die Kinder danach, was sie auf dem ersten Bild sähen. Das waren trompetende, motorradfahrende Drachen und sogar einer mit einem Presslufthammer. Zu ihrem Erstaunen durften die Kinder alle zusammen die Geräusche dieser Dinge mit dem größtmöglichen Krach nachahmen.

Erst dann begann Barbara Peters, die Geschichte vorzulesen, deren treffende und einfühlsame Bilder auf der Leinwand zu sehen waren. Und dabei stellt sich heraus, dass es einen kleinen Drachen gibt, der Krach nicht aushält. Der ist immer froh, wenn er außer dem Schnarchen des Nachtwächters – auch hier dürfen die Kinder nach Herzenslust mitschnarchen – nichts hören muss. Schließlich wird er krank vom Lärm und bekommt den gefürchteten Feuerstau. Das Buch schildert, wie eine Lösung für jemanden, der anders als die übrigen ist, gefunden wird, damit der seine Ruhe haben kann und schließlich wieder gesund wird.

Barbara Peters, die vor etwa 25 Jahren mit Kindern und Jugendlichen Theater machte und damals begann, Theaterstücke zu schreiben, weil es keine Stücke mit so vielen Hauptrollen gab, wie sie für alle Kinder gebraucht hätte, merkt man die Freude an der interaktiven Lesung an. So müssen die Kinder nicht stillsitzen und nur zuhören, sondern sie gestalten aktiv die akustische Untermalung für die Geschichte. Entstanden ist die, als die Autorin für einen Schulbuchverlag ein Gedicht mit dem „ch“ schrieb. Das Gedicht liest sie zum Schluss auch vor – und diesmal legen alle Kinder die Hand aufs Herz und seufzen glücklich „Ach“, wenn im Gedicht beschrieben wird, was alles Krach macht. Die Reihe der Autorenlesungen für Kinder wird fortgesetzt. Was für ein Glück...

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