Doppik erfordert zusätzliches Personal

Die Umstellung erfordert zwei befristete und eine dauerhafte Stelle. Der Nutzen ist allerdings zweifelhaft

shz.de von
27. Mai 2015, 17:12 Uhr

Die Umstellung des Haushalts von der traditionellen Kameralistik auf die Doppik (doppelte Buchführung) soll mehr Transparenz bringen und Aussagen über Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Verwaltung erleichtern. Ob dies so kommt, muss sich noch zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass die in Malente bislang aufgeschobene Umstellung mehr Kosten bringt – das wurde bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses deutlich.

Um die Umstellung zu bewältigen, wird zunächst einmal eine Stelle für einen Betriebswirt geschaffen. Das empfahl der Finanzausschuss der Gemeindevertretung. Da dieser Beschluss jedoch noch einmal in den Fraktionen beraten werden soll, zugleich aber erheblicher Zeitdruck besteht, will der Ausschuss nach dem Beschluss der Gemeindevertretung die endgültige Entscheidung treffen.

Zugleich beschloss der Ausschuss, zwei weitere, im Vergleich zur Stelle des Betriebswirts niedriger dotierte Stellen zu schaffen – zum einen für die Betreuung der Asylbewerber und zum anderen für die vorbereitenden Arbeiten zur Doppik. Dabei wurde deutlich, dass auf Letzteres voraussichtlich der größere Anteil entfallen wird.

Spätestens der Haushalt 2018 müsse in der Form der Doppik vorgelegt werden, erklärte Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP). Bereits im Haushalt 2016 müssen aber bereits Grundstücke, also auch Gebäude, Straßen oder Brücken bewertet werden. „Wir müssen Hunderte Akten durchgehen, um Rechnungen von damals auf heute hochzurechnen“, erläuterte Kämmerin Meike Wohlfahrt. Im Herbst 2015 mit der Vorlage des Haushalts 2016 muss dies
eigentlich vollbracht sein. Doch: „Das werden wir nicht schaffen, aber wir müssen jetzt anfangen“, erklärte die Kämmerin, während Knop es so ausdrückte: „Wir müssten an sich gestern angefangen haben, wenn wir im September der Kommunalaufsicht einen Erfolg melden wollen.“

Eine Firma habe ein Angebot vorgelegt, der Verwaltung bei den Berechnungen zu helfen, erläuterte Meike Wohlfahrt weiter. Dafür wären in sechs Tagen 12  000 Euro fällig geworden. Angesichts dieser Summe tendiert die Verwaltung nun offenbar dazu, die Aufgabe ohne externe Hilfe zu bewältigen.

Die drei neuen Stellen sollen zunächst auf zwei Jahre befristet werden, absehbar ist jedoch schon jetzt, dass die Stelle des Betriebswirts dauerhaft notwendig sein wird – für die in der Doppik erforderliche Anlagenbuchhaltung, erklärte Knop, der als vor kurzem pensionierter Leiter des Rechnungsprüfungsamtes des Kreises Plön einen guten Einblick in die Thematik hat. Leider machte er wenig Hoffnung, dass sich der ganze Aufwand lohnt: Er habe seine Zweifel daran, ob der Sinn der Doppik, den Ressourcenverbrauch zu ermitteln, erfüllt werde.

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