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Diskussion um freie Plätze in Flüchtlingsunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadtvertreter sprechen sich für Neubau statt Miete aus / Eutin habe Glück: „nur“ 20 Prozent Leerstand

Monatelang standen die Kommunen in Sachen Flüchtlingsunterbringung unter Druck, jetzt hat sich die Situation vielerorts ins Gegenteil verkehrt. Auch in Eutin hinterfragten Stadtvertreter im Bauausschuss am Mittwochabend das Unterbringungskonzept der Stadt. Dabei besonders im Fokus: Der jüngst angemietete „Redderkrug“.

Der Vorwurf an die Verwaltung: „Der steht leer und wir haben ihn für fünf Jahre und teuer Geld angemietet. Wird es uns gelingen, den zu 100 Prozent auszulasten?“, wollte Olaf Schmidt (CDU) wissen. „Momentan wird das schwierig. Wir haben den Anwohnern zugesagt, nicht nur Einzelpersonen dort unterzubringen und derzeit kommen nur wenige Familien“, antwortete die zuständige Ordnungsamtsleiterin Julia Lunau. Keiner wisse, was auf die Kommunen zu komme. Der Kreis Ostholstein habe zwar mitgeteilt, dass Eutin – wie die anderen Kommunen im Kreis auch – bis April mit weniger Zuweisungen als zunächst angenommen, zu rechnen haben, teilte Lunau mit. „Aber ich gehe fest davon aus, dass wir spätestens ab Mai den Wohnraum brauchen werden, der jetzt gerade leer steht“, sagte Lunau.

Eutin sei vom vorübergehenden Leerstand nicht so stark betroffen, wie andere Kommunen, so die Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt: „Wir haben eine Auslastung von gut 80 Prozent.“ Derzeit leben 218 Flüchtlinge in Eutin, 39 in Süsel. Der Wohnraum im Redderkrug werde, unabhängig von neuen Zuweisungen auch für die Umverteilung genutzt. „Wir müssen die Situation im voll belegten Lindenbruchredder entschärfen“, sagte Lunau. Einige ziehen von dort in eigene Wohnungen, wenige in Appartements im Redderkrug. Ab Montag sollen außerdem zwei alte Baracken abgerissen werden, um Platz für Fundamente und mögliche mobile Unterkünfte zu schaffen. Simone Handschuk, Fachdienstleiterin für Zentrale Immobilien: „Alternativ müsste man überlegen, ob ein Neubau für die Unterbringung nicht die langfristig sinnvollere Lösung ist. Denn wir mieten immer nur an und haben einen festen Stamm von Mietern in oft denkmalgeschützten Gebäuden, die mit erheblichen Mitteln unterhalten werden müssten.“

Klaus Kibbel (SPD) wollte daraus gleich einen Antrag machen: „Wir brauchen dringend kleinen Wohnraum für Flüchtlinge, Hartz-IV-Empfänger und junge Menschen in der Übergangsphase.“ Jackie Meyer (FDP) warf ein: „Das unterstützen wir sofort.“ Ein Antrag war nicht notwendig. Denn: „Wir halten die Augen nach geeigneten Grundstücken und Partnern offen, mit denen solche Projekte zu leisten sind“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Es gehe nicht um den Bau eines Flüchtlingsheimes, sondern um Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften, die dem Immobilienmarkt auch wieder zur Verfügung gestellt werden und diesen so entlasten können.

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erstellt am 11.Feb.2016 | 13:34 Uhr

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