Eutin : Diskussion um 500-Euro-Spende

Der neue und wiedergewählte Vorstand der B ürgergemeinschaft Eutin: (von links) Christian Burddorf, Silke Meyer-Dieckmann, Vorsitzende Regine Jepp, Anne Barczewski und Ernst-August Albers.
Der neue und wiedergewählte Vorstand der B ürgergemeinschaft Eutin: (von links) Christian Burddorf, Silke Meyer-Dieckmann, Vorsitzende Regine Jepp, Anne Barczewski und Ernst-August Albers.

Jahresversammlung der Bürgergemeinschaft beschäftigte sich am Sonnabend auch mit dem Haus des Gastes und seiner Zukunft

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01. Juni 2015, 04:30 Uhr

Wie politisch darf die Bürgergemeinschaft (BG) Eutin sein? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Mitgliederversammlung am Sonnabend in den Räumen der Landesbibliothek. Anlass war eine BG-Spende in Höhe von 500 Euro an die Bürgerinititative zum Erhalt des Eutiner Haus des Gastes. Am Ende der Diskussion votierten lediglich fünf Mitglieder gegen weitere Spenden an die Bürgerinitiative, der vierköpfige Vorstand um Regine Jepp und 13 weitere anwesende Mitglieder votierten für weitere Spenden an die Bürgerinitiative, was den gerade am Sonnabend in die BG eingetretenen Sprecher, Eckhard Ahrens, in freudige Erwartung versetzte.

„Es gibt viele gute Gründe, nicht viel Geld in das 1969 erbaute Haus des Gastes zu stecken“, schreibt Vorsitzende Regine Jepp noch in ihrem Jahresbericht. Doch eine Abrissstelle ohne einen Neubau sollte man Einheimischen wie Gästen nur so kurz wie möglich präsentieren. Beim Haus des Gastes handele es sich um eine qualitätvolle Architektur und vielleicht gebe es noch einen Liebhaber für das einst preisgekrönte Gebäude.

BG-Mitglied Monika Obieray (Grüne) hatte „Bauchschmerzen“ mit der Spende an die Bürgerinitiative. Sie – Obieray – habe in der Stadtvertretung für den Abriss des Haus des Gastes gestimmt. Die Stadt könne die Nutzung des Gebäudes nicht bezahlen. Die BG hätte die 500 Euro lieber in eigene Projekte stecken sollen. Für das Haus des Gastes gebe es immer noch kein Nutzungskonzept. Nach der Landesgartenschau werde die Stadt vordringlich die Schlossterrassen sanieren. Obieray: „Wir können uns das Haus des Gastes einfach nicht leisten.“

Mitgleid Silke Meyer-Dieckmann sieht die BG als Institution, die sich für den Erhalt von historischen Immobilien einsetzt. Deshalb sei sie eingetreten. „Unser Verein sollte mithelfen, den Abriss des Haus des Gastes zu verhindern“, sagte sie. Silke Gehring kritisierte die Architektur des Haus des Gastes: die Proportionen stimmten nicht und energetisch sei es ein Haus des Grauens. Das Haus des Gastes sei ein Fremdkörper und die Bemühungen um den Erhalt müssten nicht von der BG mitfinanziert werden.

Erneut „betrübt über die politischen Aussagen“ zeigte sich Eckhard Ahrens als Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt des Haus des Gastes. Er wies auf den bestehenden Bürgerentscheid hin und kritisierte, dass sich die Parteien in der Stadtvertretung trotz Möglichkeiten von Zuschüssen bis zu 100  000 Euro immer noch nicht einen Millimeter bewegt hätten.

Regine Jepp stellte klar: „Die Bürgergemeinschaft Eutin ist nicht parteipolitisch aber hochpolitisch.“ Die BG sei für den Erhalt vom Abriss bedrohter Häuser in Eutin. Ihm gehe es nicht um das Pflanzen von Stiefmütterchen in der Stadt oder Themen der Heimatverbundenheit. Die gespendeten 500 Euro, so Jepp, kommen aus dem Vereinsvermögen. „Im Vorstand ist lange darüber diskutiert worden und am Ende waren wir alle dafür,“ sagte das scheidende Vorstandsmitglied Wolfgang Steinmann vor der Versammlung.

Der BG Eutin gehören aktuell 151 Mitglieder an. Regine Jepp und ihr Vorstand gaben einen umfangreichen Jahresbericht. Neben Regine Jepp, Christian Burgdorf und Ernst-August Albers komplettieren jetzt Silke Meyer-Dieckmann und Anne Barczewski den einstimmig gewählten Vorstand.

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