Schönwalde: : Diskussion über offene Jugendarbeit

Ausschussvorsitzende Alexandra Schnoor verpflichtete die wählbaren Bürger des Sozialausschusses Kathrin Seehusen, Iris Görtz und Torsten Appel.
Foto:
Ausschussvorsitzende Alexandra Schnoor verpflichtete die wählbaren Bürger des Sozialausschusses Kathrin Seehusen, Iris Görtz und Torsten Appel.

SPD wich bei der Einstellung einer Kraft für die offene Jugendarbeit überraschend von einer Absprache mit CDU ab.

von
15. November 2013, 05:00 Uhr

Die Nachfolge von Susanne Frenke in der offenen Jugendarbeit der Gemeinde Schönwalde war ein Tagesordnungspunkt des Sozialausschusses in der vergangenen Woche, der unerwartet für Aufregung sorgte. Frenke hatte sich im vergangenen Jahr entschieden, ihre Tätigkeit auf die Arbeit in der Offenen Ganztagsschule in Schönwalde zu konzentrieren. Wie auch in der Gemeinde Kasseedorf, für die sie bislang ebenfalls tätig war, präsentierte die Erzieherin ein Konzept zur Fortführung ihrer Arbeit. Kern ist ein niedrigschwelliges Angebot in Form des Jugendtreffs, dessen Öffnung an drei Tagen der Woche auch künftig gewährleistet sein sollte.

Seit 1. November ist er geschlossen, da niemand die Aufsicht übernehmen kann. Die vorgeschlagene Lösung: Beschäftigung von Doris Oldörp für wöchentlich 8,5 Stunden. Sie unterstützt Susanne Frenke bereits seit Jahren in der Offenen Ganztagsschule.

Auf dieses von der Ausschussvorsitzenden Alexandra Schnoor (CDU) vorgestellte Konzept hatten sich CDU und SPD bereits interfraktionell verständigt, wie es Wolfgang Krahl (CDU) erklärte, und er fügte hinzu, beide Fraktionen vertreten die Meinung, Jugendarbeit sei unerlässlich. Dem stimmte Angela Hüttmann (SPD) zwar zu, löste aber Erstaunen aus, als sie erklärte, ihre Fraktion sei für eine Ausschreibung der Stelle mit dem Ziel einer „pädagogische Fachkraft“. Weiteres wollte sie gerne im nichtöffentlichen Teil diskutieren.

Dazu kam es jedoch nicht. Die CDU wies darauf hin, dass der Treff geschlossen sei und jetzt eine Person zur Betreuung gebraucht werde. Hüttmann vertrat die Auffassung, dass zur offenen Jugendarbeit mehr gehöre als nur die Beaufsichtigung des Treffs, und nannte beispielhaft die Organisation der Aktion „Jugend sammelt für Jugend“ oder der Ausbildung weiterer Jugendlicher als Jugendgruppenleiter. Die CDU hob hingegen hervor, dass die beste Fachkraft nichts bringe, wenn nach einem halben Jahr des Besetzungsprozesses kein Kontakt zu den Jugendlichen bestünde.

Der gute Kontakt sei neben der langjährigen Erfahrung in der Schule ein klares Plus für Doris Oldörp. Hüttmann sagte, sie könne vorstellen, dass man Doris Oldörp bis zur Einstellung einer pädagogischen Fachkraft anstelle.

Wolfgang Krahl stellte daraufhin den Antrag, über eine Stellenausschreibung abzustimmen. Er wurde mit fünf Stimmen der CDU gegen vier der SPD abgelehnt. Ausschlaggebendes Argument für die CDU sei die Niedrigschwelligkeit des Angebots, das von Jahr zu Jahr neu beurteilt werden müsse, sagte Torsten Appel.

Kathrin Seehusen (SPD) formulierte ihre Erwartung, nach einem Jahr auch ein Konzept und Zahlen über die Frequentierung des Jugendtreffs vorgelegt zu bekommen. Bei vollständiger Enthaltung der SPD-Vertreter beschloss die CDU einstimmig die Umsetzung des Vorschlages zur Beschäftigung einer Betreuungskraft in Person von Doris Oldörp.

Harry Linder (CDU) erklärte abschließend, wie beschämend er die Diskussion in Anwesenheit von Frau Oldörp als Zuschauerin empfunden habe. Auch Alexandra Schnoor zeigte sich enttäuscht angesichts des „negativen Gegenwinds“. Doris Oldörp äußerte hinter vorgehaltener Hand ihren Unmut über fehlende Wertschätzung für ihre bisherige Arbeit, die in der Diskussion deutlich geworden sei.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen