Diskussion über das Erbe der Reformation

Mehr als nur ein Erinnerungs-Button: Was bleibt von der Reformation übrig? Die Landesbibliothek lädt zu einer Diskussion.
Mehr als nur ein Erinnerungs-Button: Was bleibt von der Reformation übrig? Die Landesbibliothek lädt zu einer Diskussion.

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07. März 2018, 11:06 Uhr

Mit dem Reformationsjubiläum 2017 endete am 31. Oktober vergangenen Jahres die Lutherdekade. Seit 2008 hatten zahlreiche nationale, oftmals auch internationale Veranstaltungen auf das 500-jährige Jubiläum des epochalen Thesenanschlags von Wittenberg durch Martin Luther vorbereitet, 2017 erlebten die Veranstaltungen dann unter großer Anteilnahme von Öffentlichkeit und Politik ihren Höhepunkt und Abschluss. Was ist von der Reformation 1517 und ihren Folgen für die christlichen Kirchen in Deutschland und in Europa als kulturelles Erbe erhalten geblieben; was ist in unserer Gegenwart nach wie vor an Erinnerungsorten sichtbar und in Gedächtniskulturen lebendig? Und was bleibt vom Reformationsjubiläum 2017 an humanistischen wie christlichen Impulsen, die spirituell und gesellschaftlich für die Zukunft aufgegriffen werden können? Über diese und andere Fragestellungen wird am Donnerstag, 15. März, um 19.30 Uhr in der Eutiner Landesbibliothek öffentlich gesprochen werden. Die Veranstaltung trägt den Titel „Vom Baltikum bis nach Eutin: Das Erbe der Reformation im Ostseeraum. Wege – Wirkungen – Wandlungen“.

Zum Auftakt des Abends werden die Wege, Wirkungen und Wandlungen der Reformation im Ostseeraum anhand einer kurzen Einleitung im kulturhistorischen Kontext skizziert. Das Ziel der Podiumsrunde führt jedoch weit über diesen Auftakt hinaus. Moderiert von Merle Fromberg, der Referentin für Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Ostholstein, und Axel E. Walter soll vielmehr in einer Diskussion der thematische Bogen geschlagen werden von 1517 bis 2017. Merle Fromberg war als Synodale eine der von der Evangelischen Kirche beauftragten „Scouts“, die offizielle Veranstaltungen des Reformationsjahres beobachten und in einen Bericht zusammenführen sollten. Sie wird die Podiumsdiskussion mit einer kurzen Bilanz des Reformationsjahres einleiten und richtet nach der kulturgeschichtlichen Rückschau damit auch den Blick auf die Impulse und Nachwirkungen des großen Reformationsjubiläums.

Für die Podiumsdiskussion konnten Vertreter verschiedener Institutionen gewonnen werden, die jeweils andere sachliche und fachliche Perspektiven einbringen und schon dadurch eine reizvolle Diskussion garantieren können. Teilnehmer sind Propst Peter Barz vom Kirchenkreis Ostholstein, Pfarrer Dr. Bernd Wichert von der neuen Katholischen Groß-Pfarrei St. Vicelin, und Dr. Frank Baudach, Literaturwissenschaftler und Leiter der Eutiner Landesbibliothek. Außerdem reist Prof. Dr. Ojars Sparitis aus Riga an, ehemaliger Kultusminister Lettlands und seit 2012 Präsident der Lettischen Akademie der Wissenschaften. Sparitis ist Professor für Kunstgeschichte und Kunsttheorie und hat sich vielfach um den Erhalt des gemeinsamen deutsch-baltischen kulturellen Erbes, darunter insbesondere aus der Zeit der Reformation und Renaissance, verdient gemacht.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und findet im Seminarraum der Landesbibliothek statt. Beiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, die Gespräche bei einem Glas Wein fortzuführen. Der Eintritt ist frei.

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