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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 21:21 Uhr

„Diese Verbindung schafft Toleranz“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Projekt „Kunst-Betriebe“: Organisatoren ziehen Zwischenbilanz / Drei Ausstellungen für 2016 geplant – eine bei der Landesgartenschau

Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen – das Projekt „Kunst-Betriebe“ macht das im doppelten Sinne möglich. Denn die teilnehmenden Künstler arbeiten in je einem Unternehmen vor Ort und erschaffen aus den Betriebs-Werkstoffen Skulpturen und Installationen. Die Mitarbeiter der Betriebe können während ihrer Arbeit den Künstlern zusehen, wie die Werke Formen annehmen. „Die Künstler arbeiten in den Betrieben. Daraus ergibt sich die neue und anregende Situation, mit fremden und bislang unbekannten Materialien zu arbeiten“, sagt Bettina Thierig (Foto). Von der Lübecker Künstlerin stammt die Idee zu „Kunst-Betriebe“. Unterstützung erhielt Thierig von den Stiftungen der Sparkasse Holstein gGmbH, die Projektträgerin ist, der Stiftung der IHK zu Lübeck „Pro Economia“ und der Lübecker Possehl-Stiftung.

„Kunst-Betriebe“ ist inzwischen in die Endphase eingetreten. Wie bereits 2012 sind die Arbeiten der zwölf Künstler zurzeit bereits sehr weit fortgeschritten. Gestern war Zeit für eine Zwischenbilanz. Und die Beteiligten zeigten sich im Jagdschlösschen am Ukleisee zufrieden.

„Die Verbindung von Kunst und Wirtschaft schafft Toleranz – Toleranz, sich mit der gegenseitigen Arbeit auseinander zu setzen“, sagte Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. Und Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, ergänzte: „Wir brauchen Menschen, die offen sind für Neues. Das Projekt erhöht das Verständnis beider Seiten für einander.“

Ungewöhnliche und gleichsam außergewöhnliche Kunstwerke sind entstanden – wie eine rund zwei Meter hohe Skulptur aus Beton, Stahl und einem Findling. Norbert Jäger schuf sie aus dem, was er beim Beltquerungs-Unternehmen Femern A/S vorfand. „Etwas, was nicht zusammen gehört“ fügt sich zusammen“, beschreibt der Hamburger Künstler sein Ansinnen hinter der Skulptur.

Stephan Jäschke wiederum stand nur Metall in der sterilen Umgebung einer Firma zur Verfügung, die containerartige Boxen herstellt. In etwa einer Woche schnitt der Lübecker Künstler mit einer Blechschere aus Metallplatten Pflanzen zurecht. Die Blüten und Blätter seien unbearbeitet geblieben, also scharfkantig, warnte Jäschke augenzwinkernd.

Für die zweite Auflage des Kunst-Projekts haben die Organisatoren das Konzept allerdings erweitert: Dieses Mal sind auch dänische Unternehmen und Künstler dabei – so auch Trine Hoy aus Egernsund, die bei Gollan Bau in Neustadt kreativ wurde. Das Unternehmen stellte ihr den Recycling-Bereich zu Verfügung. Und so entstand aus einer alten Kommode eine Skulptur, die noch den Arbeitstitel „Don Quijote“ trägt.

Ausgestellt werden die Kunstwerke ab Frühjahr 2016. Geplant ist eine Ausstellung in der Kunsthalle St. Annen im Museumsquartier in Lübeck, zum Ende des Jahres in der Galerie im Marstall in Ahrensburg und bei der Landesgartenschau (LGS) in Eutin. Wo die Kunstwerke dort genau stehen werden, konnte LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt gestern noch nicht genau sagen. Favorisiert werden jedoch Bereiche wie der Schlossgarten oder der ehemalige Bauhof, so Rubelt. „Aber nicht den Orten zu finden, wird das Problem sein, sondern die Auswahl der Kunstwerke“, sagte Rubelt.

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erstellt am 09.Okt.2015 | 12:18 Uhr

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