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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 17:42 Uhr

Diese Maschine frisst auch Granit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Nücheler Bauunternehmer Frank Klass hat sich einen mobilen Brecher zugelegt. Er verwandelt Bauschutt in Recyclingmaterial

Der Vorgang ist ziemlich beeindruckend. Ein Bagger belädt einen Trichter mit Bauschutt, der kurze Zeit später wieder auftaucht: dann allerdings zerkleinert in handliche Stücke, die von einem Förderband auf den Boden fallen. Ob Dachziegel, Beton oder härtester Granit: Seine neue Brechanlage bekomme alles klein, sagt Frank Klass.

Genau genommen handelt es sich bei der 12,5 Tonnen schweren Maschine des italienischen Herstellers Komplet um eine Minibrechanlage – aber die größtmögliche, die es gebe, sagt der Nücheler Bauunternehmer, zu dessen Leistungen auch Abrissarbeiten und Baustoffrecycling gehören. Die stolze Summe von 160  000 Euro hat sich der 50-Jährige das Gerät kosten lassen. Doch es soll sich bald rentieren.

„Wir sind dadurch flexibler und können auch weiter entfernte Aufträge wie etwa im Kreis Segeberg annehmen“, sagt Klass, der acht Angestellte beschäftigt und neben drei Lkw je vier Bagger und Radlader zu seinem Fuhrpark zählt. Die neue Anlage passe problemlos auf einen Tieflader. Bei einem Abriss – vom Wohnhaus bis zum Gewerbegebäude – könne der Bauschutt damit gleich an Ort und Stelle zerkleinert werden, erklärt Klass.

Rechtlich gesehen gelte der zerkleinerte Bauschutt nicht mehr als Abfall, sondern als Recyclingmaterial. Dieses könne auf mancher Baustelle an Ort und Stelle verwendet werden – etwa als stabiler Untergrund für Pflasterungen oder im Wegebau. Sei der Schutt gut vorsortiert und von Holz, Teerpappe oder größeren Eisenteilen befreit, schaffe der Brecher 400 Tonnen am Tag.

„Früher musste ich das Material per Lastwagen auf meinen Betriebshof bringen“, berichtet Klass. Derzeit lagern dort etwa 15  000 Tonnen Bauschutt. Um eine solche Menge klein zu bekommen, hat er sich bislang eine Brechanlage gemietet. Kosten: 30  000 Euro.

Auch Bauern, die Feldsteine zerkleinern wollen, um sie für den Wegebau zu verwenden, können den Brecher anfordern. In dessen Innern befindet sich ein sogenannter Backenbrecher. Eine hydraulisch angetriebene Stahlplatte bewegt sich dabei kreisförmig auf eine andere Stahlplatte zu. Alles was durch den 40 mal 70 Zentimeter großen Einfülltrichter passt, wird dazwischen zermalmt – einstellbar auf eine Größe von 25 bis 100 Millimetern. Eisenteile werden durch einen Magneten herausgezogen.

Rund 30  000 Tonnen schaffen die Brechplatten, dann müssen sie erneuert werden. Doch die Investition hält sich mit 2000 Euro in Grenzen. Und wenn ein Stein einmal zu groß ist? Für Klass’ Bauarbeiter kein Grund zu kapitulieren. Dann muss der „Zerbröseler“ ran. Die Zange bekommt mit 800 Tonnen Beißkraft auch dicke Brocken klein.

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erstellt am 23.Okt.2015 | 15:33 Uhr

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