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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 10:41 Uhr

„Diese Lücke muss gefüllt werden“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Reaktionen auf die Stadtfest-Absage / Bedauern über die Entscheidung von Organisator Helge Nickel / Erste Interessenten

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 18:18 Uhr

Mehrkosten von rund 20  000 Euro – gestern hatte die Nachricht, dass Helge Nickel das von ihm organisierte Stadtfest mit Großflohmarkt wegen zu kostenintensiver Auflagen der Stadt abgesagt hat, nicht nur viele Eutiner bewegt. Der OHA hat eine Reihe von Reaktionen zusammengestellt:

„Dass die Stadtverwaltung bürgerschaftliches Engagement nicht fördert, sondern behindert, ist ein Armutszeugnis für die Stadt“, sagt Niclas Winands (Foto), Sprecher der Jungen Liberalen (Kreisverband Ostholstein). Gerade für junge Leute und Familien müsse Eutin attraktiver werden – „das gelingt nur, indem man mehr und vielfältigere Aktivitäten zulässt“, so Winands.

„Das ist ein großer Verlust für Eutin“, sagt Hans-Wilhelm Hagen (Foto) , 1. Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eutin. „So ein Fest kann nur funktionieren, wenn jemand Geld damit verdient. Das scheint sich aber zurzeit nicht zu rechnen.“ Es werde nun auch zu Einbußen bei den Eutiner Betrieben kommen, ist sich Hagen sicher.

„Das Stadtfest hat immer Spaß gemacht. Nun ist Gelegenheit für einen Schnitt und einen Neuanfang“, sagt Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt (Foto). Die Stadt prüfe zurzeit mehrere Optionen, zumal sich bereits kurz nach der Absage „sofort Interessenten gemeldet“ hätten, so Stein-Schmidt.

Per Köster (Foto), Geschäftsführer der Tourist-Info Eutin, bedauert ebenfalls
die Absage
des Stadtfestes. „Man hätte rechtzeitig über Veränderungen sprechen können“, sagte Köster, der die Hoffnung hegt, dass ein anderes Fest am gleichen Termin etabliert werden könne. „Diese Lücke muss gefüllt werden. Wie auch immer das aussehen mag“, sagt Köster.

„Was Helge Nickel jahrelang gemacht hat, war und ist weiterhin gut“, sagt Malte Tech (Foto), Fraktion der Freien Wähler Eutin. Die Absage des Stadtfestes habe Tech kommen sehen. Er ist sehr enttäuscht darüber. Die Schuld sieht Tech bei der Stadt: „Das ist eine Sauerei, der Bürgermeister fühlt sich als König von Eutin.“

Unmöglich, findet Ursula Sachs (Foto), „dass Eutin jetzt wieder ein Stück ins Abseits geraten ist“. Die Lübeckerin, die Eutin sehr schätzt, rät der Kommunalpolitik: „Ihr müsst euch ein bisschen weniger auf den Lorbeeren ausruhen, die ihr ohnehin nie erntet.“ Auch dass die Kreisstadt keinen Weihnachtsmarkt hat, findet Ursula Sachs unverständlich.

Wenig Verständnis bringt Christian Sablowski (Foto) für die gestiegenen Sicherheitsauflagen des Stadtfestes auf: „Eine gewisse Vorsicht ist ja in Ordnung, aber wir sind in Eutin, nicht in Frankfurt, Berlin oder München.“ Das Stadtfest sei, so der Wahl-Eutiner, das letzte Highlight der Stadt gewesen. „Sofern ich konnte, bin ich hingegangen.“ Umso mehr bedauert der Familienvater das Wegbrechen des Stadtfestes. „Auch, wenns im Prinzip immer das Gleiche war, aber für eine Kreisstadt war das Stadtfest schon was Feines.“

Hannelore Blume (Foto) findet den Ausfall des Stadtfestes ebenso traurig. „So viele Feste gibt es hier ja nicht.“ Zudem habe sie das Stadtfest immer als vielseitig empfunden.

Für Janine Bals (Foto) war das Stadtfest immer eine Aufwertung der Stadt. „Es war ja die einzige richtige Veranstaltung.“ Vor allem für Kinder, sagt die 27-Jährige, biete Eutin nicht besonders viel: „Es gibt ja nicht einmal einen Weihnachtsmarkt.“

„Die Absage kam nicht überraschend. Wir bedauern das“, sagt Uwe Tewes (Foto), Ortsvereinsvorsitzender der SPD. Mit dem Rückzug Nickels haben Politik und Verwaltung nun Gelegenheit, das Konzept des Stadtfestes zu überdenken – „und neu zu denken“, so Tewes. Bei der Überarbeitung des Konzepts sollten die Bürger einbezogen werden.

Monika Obieray (Foto), Fraktionsvorsitzende der Eutiner Grünen, hofft, dass sich Helge Nickel die Entscheidung nochmal überlegt. „Die Auflagen der Stadt sind nicht willkürlich getroffen worden. Viele andere Veranstalter sind davon auch genervt“, sagte Obieray. Es gebe immer Alternativen, es müssten sich nur alle an einen Tisch setzen.

„Mit der Absage haben wir nicht gerechnet“, sagt Matthias Rachfahl (Foto), Fraktionsvorsitzender der CDU Eutin. Nun müsse man überlegen, wie ein neues Fest aussehen sollte. Denn nicht nur der Veranstalter, „sondern auch die Bürger müssen von einem wie auch immer gearteten Stadtfest profitieren“, sagte Rachfahl.

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