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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Diebespaar ergaunerte Geld

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Amtsgericht verhängte gestern eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten – 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt

von
erstellt am 26.Mai.2014 | 16:17 Uhr

Eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten – zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt – verhängte das Amtsgericht Plön gestern gegen ein diebisches Paar. Außerdem müssen sie die Beute, mehrere hundert Euro, an die Geschädigten zurückzahlen. Die beiden heute in Dortmund lebenden Rumänen hatten mit Hilfe eines Dolmetschers gestanden, vor allen Dingen ältere Menschen vor zwei Supermärkten in Plön sowie in Altenholz und Klausdorf vorsätzlich mit einem Trick Geld aus den Portemonnaies gestohlen zu haben.

Betrug und Diebstahl gingen so: Mit Handzetteln gaben die 28-Jährige und ihr 27-jähriger Partner, mit dem sie zusammen drei Kinder hat, Ende 2012 und Anfang 2013 vor, selbst taubstumm zu sein und Spenden für hör- und sprachbehinderte Menschen zu sammeln. Den Spendern im Alter zwischen 72 und 84 Jahren wurden mit Hilfe eines Klemmbrettes, das während der Eintragung des Namens über ihrem Portemonnaie lag, Geldscheine gestohlen – im schlimmsten Fall waren es 300 Euro. In Plön trieben die beiden Angeklagten vor den Supermärkten „Aldi“ in der Lütjenburger Straße und „Edeka“ in der Fünf-Seen-Allee ihr Unwesen. Dort wurden sie auch erwischt und nach der Vernehmung in Untersuchungshaft genommen. Für die gerade schwangere und kranke Frau eine weniger angenehme Erinnerung, wie sie sagen ließ.

In einer längeren Unterbrechung der Sitzung erörterten die beiden Pflichtverteidiger, Amtsrichterin Sokolowski und der Staatsanwalt die Sach- und Rechtslage. Die beiden Angeklagten gaben ein umfassendes Geständnis ab. Aufmerksame Beobachter waren unter anderem die vier Geschädigten, die nach den Geständnissen nicht mehr in den Zeugenstand mussten.

Das rumänische Paar bereute seine Taten, habe daraus gelernt und wolle so etwas nie wieder machen. Der Auszug weiterer Vorstrafen jedoch machte skeptisch: Immerhin waren bei der Angeklagten sechs Einträge ins Führungszeugnis und bei dem Angeklagten vier Einträge verzeichnet: es ging bei beiden um Diebstahl, Betrug und Beleidigung. Alle Verurteilungen kamen aus 2013 und lagen damit zeitlich hinter der Betrügereien im Kreis Plön.

Vor der Bemessung der Strafe stellte die Amtsrichterin die Fragen nach den persönlichen Verhältnissen. Die 28-jährige Mutter gab an, vom Kindergeld ihrer drei Kinder zu leben. Ihr Mann gab an, gelegentlich als Helfer auf dem Bau unterwegs zu sein und etwa 800 Euro im Monat zu verdienen. Die Frage, ob die beiden Rumänen von dem Geld auch den schweren Audi-Kombi finanzierten, mit dem sie gestern am Amtsgericht vorgefahren kamen, wurde allerdings nicht gestellt.

Die beiden Pflichtverteidiger waren mit dem von Staatsanwalt Möller geforderten Strafmaß einverstanden obgleich sie ein geringeres Strafmaß erwartet hätten. Besonderen Wert legten sie auf die Wiedergutmachung als so genannte Befriedungssituation – ein eher seltener Vorgang vor Gericht.

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