Eutin : Die zweite Einweihung nach 90 Jahren

Am Ehrenmal wurde gestern ein Brunnen nach 90 Jahren zum zweiten Mal in Betrieb genommen; Bürgermeister Carsten Behnk sowie Regine Jepp und Gitta Stender von der Bürgergemeinschaft freuten sich, dass er wieder an alter Stätte sprudelt.
Am Ehrenmal wurde gestern ein Brunnen nach 90 Jahren zum zweiten Mal in Betrieb genommen; Bürgermeister Carsten Behnk sowie Regine Jepp und Gitta Stender von der Bürgergemeinschaft freuten sich, dass er wieder an alter Stätte sprudelt.

Ein ursprünglich zum Eutiner Ehrenmal gehörender Springbrunnen ist nach gut 20 Jahren auf dem Berliner Platz an seinen alten Standort zurückgekehrt.

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23. Juli 2018, 11:47 Uhr

Es gab gestern Nachmittag eine Einweihung, die es fast auf den Tag genau vor 90 Jahren schon einmal gegeben hat: Ein viereckiger Springbrunnen wurde am Ehrenmal für die Opfer der beiden Weltkriege offiziell in Betrieb genommen. Der Brunnen ist fast an die Stelle zurückgekehrt, an der er 1928 zur Einweihung des Ehrenmales gestanden hatte.

Diese Rückkehr ist einer Initiative der Bürgergemeinschaft Eutin (BGE) zu verdanken. Sie hatte sich intensiv mit dem Ehrenmal und seiner Geschichte beschäftigt, nachdem sechs der sieben Tafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg im Juni 2007 vermutlich von Metalldieben gestohlen worden waren.

Die Bürgergemeinschaft schaffte es bis 2009 mit Hilfe einer Spendenkampagne, originalgetreue Kopien der Namenstafeln fertigen zu lassen, die – weil aus Kunststoff – keinen Wert mehr für Diebe haben. Im Zuge der historischen Recherchen regte die Sprecherin der BGE, Regine Jepp, die Rückkehr des Brunnens zum Ehrenmal an, der seit 1948 ein schattiges Dasein in einer Ecke des Ehrenmales gefristet hatte und 1993 auf den Berliner Platz versetzt worden war. Dort diente er aber mehr als Abfallbehälter denn als Zierde. Die Stadtvertretung stimmte einer Rückverlegung des Brunnens zu, es dauerte allerdings seine Zeit, wie Bürgermeister Carsten Behnk gestern einräumte. Der Beschluss dazu sei jedenfalls schon vor seinem Dienstbeginn gefallen. Der Brunnen wurde 2015 am Berliner Platz abgebaut und, wie Bauamtsleiter Henning Schröter gestern schilderte, saniert: Unter anderem wurden Ecken, die ihm auf dem Berliner Platz abgefahren wurden, wieder angesetzt. „Mit Sandstein lässt sich einiges machen, da kann man Stücke herausschneiden und neu passgenau einkleben“. Rund 7000 Euro hätten Versetzung des Brunnens, Reparatur und neue Technik gekostet.

Regine Jepp berichtete, dass der Springbrunnen nach dem Zweiten Weltkrieg mit Zustimmung des Architekten einem Sarkophag gewichen sei, der bis heute an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert. Da der altarartige Sarkophag an seiner Stelle geblieben ist, wurde der Brunnen vor die Stufen gesetzt. Mit einem unterirdischen Wasserbehälter und einer neuen Pumpenanlage soll sichergestellt sein, dass er dauerhaft sprudelt – denn das hatte er anfangs am Ehrenmal und später auch am Berliner Platz nur zeitlich sehr begrenzt getan.

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