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Neujahrsempfang des Amtes Ostholstein-Mitte : Die Wohnraumsuche ist dringend

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Flüchtlingssituation war das beherrschende Thema auch beim Neujahrsempfang des Amtes Ostholstein-Mitte in Merkendorf.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 13:48 Uhr

Die Unterbringung von Flüchtlingen bleibt beherrschendes Thema für die Gemeinden. Das machte Amtsvorsteher Hans-Peter Zink in seiner Rede auf dem Neujahrsempfang des Amtes Ostholstein-Mitte in der Mehrzweckhalle Merkendorf deutlich. Zink, zugleich Bürgermeister der Gemeinde Altenkrempe, hieß gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Regina Voß (Kasseedorf), Rainer Holtz (Schashagen), Hans-Alfred Plötner (Schönwalde) und Volker Weidemann (Sierksdorf) viele Bürger aus ihren Gemeinden willkommen, darunter auch Vertreter vieler Vereine und Verbände sowie Politiker aller Ebenen.

Hans-Peter Zink ging auf die „weltweit dramatischen Ereignisse“ ein, die von Flüchtlingsströmen und Anschlägen geprägt seien. „Dieses Ausmaß der Flüchtlingswelle war so aber nicht vorhersehbar“, räumte der Amtsvorsteher ein. Das Amt habe derzeit 70 Flüchtlinge vornehmlich in Schönwalde und Kasseedorf untergebracht. Für das Jahr 2016 seien weitere 251 Flüchtlinge angekündigt. „Wir sind dringend auf weitere Wohnungen für diese Menschen angewiesen“, betonte Zink.

Dabei trat er entschieden dem Gerücht entgegen, das Amt plane die Beschlagnahme von Wohnungen. „Wir haben eine humanitäre Verpflichtung, Menschen zu retten“, sagte er weiter. „Dazu gibt es keine Alternative.“ Der Amtsvorsteher dankte den vielen Helfern, die sich um die Flüchtlinge kümmern. „Wir können uns auf die Bürger verlassen“, stellte er fest.

Mit Blick auf aktuelle Themen der Region sprach Zink davon, dass bei dem Ausbau der Breitbandversorgung eine finanzielle Hilfe des Bundes absehbar sei. Der Amtsvorsteher kritisierte, dass die Schlüsselzuweisungen für einzelne Gemeinden gekürzt worden seien. „Das macht
im Amtsbereich insgesamt 95  000 Euro weniger aus“, bemängelte er. „Das ist angesichts der augenblicklichen Situation nicht in Ordnung. Die Leistungsfähigkeit der Gemeinden wird dadurch schlechter.“

Eine mögliche Änderung der Amtsordnung bedauerte Hans-Peter Zink ebenfalls. „Es sind für mich keine Gründe zu erkennen, eine Änderung von Amtszugehörigkeiten durchzuführen“, sagte er. „Wir sind ein leistungsfähiges Amt.“ Änderungen sollten nur „auf Wunsch von unten“ zustande kommen und nicht durch Beschluss des Landtages. Schließlich sprach der Amtsvorsteher all den vielen Menschen, die sich in und für die Gemeinden einsetzen, seinen Dank aus. Vor allem die Feuerwehren und Vereine nannte er.

Kreispräsident Ulrich Rüder griff ebenfalls das Thema Flüchtlinge auf und wies auf die kommunale Verpflichtung hin, diesen Menschen Schutz und Sicherheit zu bieten. Das bedeute aber nicht, dass diese hier straffällig werden dürften. Rüder erinnerte daran, dass der Kreis im vergangenen Jahr 2200 Flüchtlinge zugewiesen bekam. „Für dieses Jahr rechnen wir mit 4000“, berichtete er. Ganz gleich wie hoch die Zahlen dann tatsächlich würden, „das Thema wird uns über Jahre begleiten.“ Denn nun stehe die Integration dieser Menschen auf der Tagesordnung.

Für die gastgebende Gemeinde gab Bürgermeister Rainer Holtz den Gästen einen Überblick über die Situation von Schashagen. Seinen Dank an die Feuerwehren verband er mit der Ankündigung, in die Gerätehäuser weiter investieren zu wollen. Außerdem sei geplant, die Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten umzustellen. Von großer Bedeutung sei nach seiner Einschätzung eine Breitbandversorgung, „damit die Dörfer nicht von den Städten abgehängt werden“.

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