Neujahrempfang : Die Vision heißt: ein modernes Eutin

Empfingen gut 250 Gäste per Handschlag: (von rechts) Klaus-Dieter Schulz, seine Partnerin Iwona Kicala , Dieter und Ingrid Holst sowie Major Christoph von Freymann.
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Empfingen gut 250 Gäste per Handschlag: (von rechts) Klaus-Dieter Schulz, seine Partnerin Iwona Kicala , Dieter und Ingrid Holst sowie Major Christoph von Freymann.

Sanft formulierte Appelle des Bürgervorstehers und des Kreispräsidenten zum Fortgang der Stadtentwicklung.

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12. Januar 2015, 11:00 Uhr

Das laute Knirschen, das vergangene Woche wegen der Kostenentwicklung beim Ausbau der Stadtbucht in der städtischen Politik zu vernehmen war, spielte am Sonntagmittag beim Neujahresempfang der Stadt und des Aufklärungsbataillons 6 scheinbar keine Rolle. Bürgervorsteher Dieter Holst blieb mit seinen Aussagen sehr zurückhaltend, vorsichtiger sogar als Kreispräsident Ulrich Rüder, der vor 250 Gästen die Verantwortlichen der Kreisstadt ermahnte, nicht die wesentlichen Dinge aus dem Auge zu verlieren.

Die Turnhalle der Rettbergkaserne diente als Rahmen für den Empfang, den eine Reihe von Gästen nicht erreichte, weil sie in einem Stau auf der Autobahn steckengeblieben war. Während das Jugendorchester des TSV Fissau für harmonische Musik sorgte, übte sich auch Bürgervorsteher Holst in harmonischen Worten: Er ließ Ereignisse aus dem Jahreslauf wie personelle Wechsel Revue passieren, würdigte eingehend die außergewöhnlich guten sportlichen und kulturellen Angebote Eutins und kam erst am Ende zu einem Appell an die Stadtvertreter, nachdem er den Wert der Stadtentwicklung und der Landesgartenschau für die Zukunft der Stadt unterstrichen hatte. Dieses Jahr werde sehr viel in der Stadt in baulicher Hinsicht passieren, so Holst, es werde das eine oder andere mal in Frage gestellt werden und von Fall zu Fall würden auch schwierige Entscheidungen zu treffen sein. „Aber die Antwort wird immer lauter: Wenn Du Eutin modernisieren willst, musst Du auch Veränderungen hinnehmen. Und wenn Du schwierige Entscheidungen zu treffen hast, musst Du Dir immer wieder vor Augen führen, wohin die Reise gehen soll,“ sagte Holst unter Beifall.

Die Stadtvertretung habe eine Vision, und die sei in der letzten Legislaturperiode zur Beschlusslage geworden: „Es geht um ein modernes Eutin.“

Kreispräsident Ulrich Rüder erinnerte an zahlreiche Herausforderungen, die in Ostholstein bewältigt werden müssten, wobei er die Hinterlandanbindung der Festen Femarnbelt-Querung, den Bau einer neuen Stromtrasse, den Ausbau des schnellen Internets und auch die unzureichende finanzielle Ausstattung des Kreises nannte. Alle Pläne zur Konsolidierung der Kreisfinanzen würden durch eine Reduzierung der Zuweisung um 4,5 Millionen Euro zunichte gemacht.

Er gönne Kommunen, dass sie mehr Geld erhielten, im gleichen Zug würden aber die Kreise ihrer Handlungsfähigkeit beraubt. Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz griff diesen Hinweis auf und vertrat die mit Applaus bedachte Auffassung, dass die Mittel für Kommunen und Kreise insgesamt aufgestockt werden müssten, damit der unwürdige Streit in der kommunalen Familie aufhöre.

Es liege ihm fern, in den Prozess der Meinungsbildung von Kommunen einzugreifen, versicherte der Kreispräsident, aber die Stadtentwicklung und Landesgartenschau seien für Eutin „eine großartige Chance“. Er hoffe, dass der Elan der Stadtvertreter reiche, um Hürden wie die jüngste Diskussion um die Kostenentwicklung des Umbaus der Stadtbucht zu überwinden.

Der stellvertretende Kommandeur, Major Christoph von Freymann, vertrat den verhinderten Kommandeur und sagte Dank für das hervorragende Miteinander zwischen Bundeswehr und Bürgern in der Region. Zur Sicherung des Standortes habe nicht zuletzt der durch den Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens erkämpfte Erhalt des Kraftfahrausbildungszentrums beigetragen.

Vergangenes Jahr habe sich das Bataillon neben der Abordnung von Soldaten in das Kosovo der Ausbildung in Kernfähigkeiten widmen können, außerdem hätten sich Aufklärer für einen Einsatz in der Ukraine vorbereitet. Unklar sei noch, ob neue Afghanistan-Einsätze warteten, aber das Kosovo werde 2016 wieder Einsatzland. Und erfreulicherweise zeichne sich ab, dass die sehnlichst erwarteten Bau- und Renovierungsmaßnahmen in der Kaserne endlich dieses Jahr anfingen.

Das Schlusswort des Neujahrsempfanges sprach traditionell ein Geistlicher: Pfarrer Dr. Bernd Wichert von der Katholischen Gemeinde Eutin, der nahtlos an eine Gruppe Sternsinger übergab, die ebenso traditionell den Neujahrsempfang besuchte.

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