zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 08:51 Uhr

Die Spannung bei der Auszählung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landratswahl im Kreistag: Keine Fragen an die Bewerber / CDU wirbt für Kontinuität / Grüne: Faire Zusammenarbeit / SPD schweigt

von
erstellt am 24.Mär.2015 | 18:36 Uhr

Die spannende Frage gestern im Kreistag war nicht mehr, ob Reinhard Sager wiedergewählt würde. Daran bestand nach der am Wochenende publizierten Erklärung der Grünen für ihn kein echter Zweifel mehr – das Hauptinteresse galt vielmehr die Menge der Stimmen, mit der die 59 Abgeordneten in geheimer Wahl den Landrat in seine dritte Amtszeit bis zum Jahr 2023 schicken würden.

Den Stand der Auszählung konnten die Politiker im Saal und die zahlreichen Zuschauer und Kreismitarbeiter auf der Tribüne „live“ mitverfolgen: Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) las, akkurat assistiert von seinen beiden Stellvertreterinnen Bärbel Seehusen (SPD) und Waltraut Grothkopp (CDU), laut den auf jedem Stimmzettel angekreuzten Namen vor. Ob Bauer oder Sager, in den Fraktionen wurde leise mitgezählt. Als mit 30 Nennungen die Marke der absoluten Mehrheit für Sager erreicht war, brandete erstmals Beifall im Saal auf – und der FWG-Abgeordnete Martin Kienitz, der in seiner Vorstellungsrede Ostholstein unter Sagers Ägide nur auf Abwärtskurs gesehen und die Umkehr durch eine tatkräftige Persönlichkeit propagiert hatte, packte seine Sachen. Der verhinderte Sager-Verhinderer entschwand, noch bevor Rüder das Endergebnis verkündete: 40 Stimmen für Sager, 18 für Bauer, eine Stimme ungültig gewertet.

Sager nannte das Resultat spontan „überwältigend“ und wenig später auch „eine Anerkennung meiner Arbeit“. Es zeige zudem, dass er über eine breite Vertrauensbasis im Kreistag verfüge. Neben den 34 möglichen Stimmen aus CDU, Grünen und FDP müssen mindestens sechs Vertreter aus SPD und FWG Sager gestimmt haben.

SPD-Fraktionschef Burkhard Klinke hatte zuvor am Rande der Sitzung erklärt, dass jeder SPD-Abgeordnete frei abstimmen könne. Ausdrücklich für Sager sprachen sich im Kreistag die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen aus. Timo Gaarz (CDU): „Reinhard Sager ist bodenständig, sachlich orientiert und führt seine Mitarbeiter respektvoll und auch humorvoll. Wir setzen auf Kontinuität und Sachverstand an der Spitze der Kreisverwaltung.“ Monika Obieray (Grüne): „Wir wollen einen Landrat, der nachhaltig denkt und handelt. Wir sehen einiges anders als Reinhard Sager, aber es gibt auch Vieles, bei dem er mit uns offen, fair und zuverlässig zusammenarbeitet. Und dabei kommt eine Menge für Ostholstein heraus.“

Ausdrücklich dankte Obieray auch Volkmar Bauer für sein Engagement, womit er dem Kreistag eine echte Wahl ermöglicht habe. Der Diplom-Wirtschaftsgeograf aus Erfurt hatte sich in seiner Bewerbungsrede als „leistungsstarke Persönlichkeit“ dargestellt; er könne mit seinem „Rucksack voller Kompetenzen“ und als versierter Regionalmanager Ostholstein voranbringen. Gleiches habe er in Erfurt bewiesen.

Als „bestens qualifiziert“ pries sich auch der Jurist Peter Hausmann aus Köln an. Allerdings sorgte er schnell mit der Aussage zum Thema feste Fehmarnbelt-Querung, dass der Bau noch in diesem Jahr beginnen werde, für Kopfschütteln im Saal.

Kurze Unruhe gab es bei der Rede von Martin Kienitz, die sich vor allem gegen Sager richtete. Das blieb aber ohne Nachhall – wie schon bei Bauer und Hausmann gab es bei Kienitz keine Nachfrage aus den Fraktionen. Dann wurde gewählt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen