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Gute Nachricht für Ostholstein : Die Sozialkaufhäuser sind gerettet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Ostholstein (BQOH) meldet: Der Betrieb an den vier Standorten geht auch im kommenden Jahr weiter. Bürgerarbeiter werden allerdings durch Ein-Euro-Jobber ersetzt.

Aufatmen bei den Kunden und Verantwortlichen der vier Sozialkaufhäuser in Ostholstein. In Eutin, Heiligenhafen, Neustadt und Burg auf Fehmarn ist der Betrieb auch über das laufende Jahr hinaus gesichert. Dies war lange Zeit unklar, da zum 31. Dezember das EU-finanzierte Projekt „Bürgerarbeit“ ausläuft, über welches die 72 in den Sozialkaufhäusern tätigen Arbeitslosen derzeit beschäftigt sind. Möglich machte die Fortführung des Betriebes jetzt eine Zusage des Jobcenters Ostholstein, welches in Zukunft so genannte Ein-Euro-Jobber an den vier Standorten einsetzen will.

„Wir freuen uns über die finanzielle Zusage des Jobcenters und damit den Erhalt und Fortbestand der Sozialkaufhäuser“, so Henning Reimann, Geschäftsführer des Betreibers Beschäftigung und Qualifizierung Ostholstein (BQOH). Während die Umstellung vom Bürgerarbeiter auf Ein-Euro-Jobber in Eutin, Heiligenhafen und Neustadt zum 1. Oktober stattfinden soll, ist sie im Kaufhaus auf Fehmarn zum Jahreswechsel geplant. „Die Sozialkaufhäuser haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen“, erklärt Reimann. Sie dienten Familien von Arbeitslosen nicht nur zum günstigen Einkauf von Möbeln und andere Produkten, sondern vor allem auch als Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt. „Es war uns wichtig, die Strukturen in den Sozialkaufhäusern aufrecht erhalten zu können“, so Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholsteins.

Einen Haken hat die Umstellung auf die Ein-Euro-Jobber jedoch: sie nützt den derzeitigen Bürgerarbeitern nichts. „Diejenigen, die bisher als Bürgerarbeiter tätig sind, dürfen erstmal nicht weiterbeschäftigt werden“, sagt Marzian. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Bürgerarbeit in der Regel länger (maximal drei Jahre) angelegt ist und ausgesuchte Teilnehmer individuell für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren soll. Ein-Euro-Jobs sind hingegen vor allem für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose vorgesehen. Ein weiterer Unterschied: Während Bürgerarbeiter Sozialversicherungsbeiträge zahlen, werden sie von Ein-Euro-Jobbern nicht entrichtet.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass den bisherigen 72 Beschäftigten der vier Sozialkaufhäuser ab dem kommenden Jahr das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) droht. Es sei denn, sie finden eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. 29 der Bürgerarbeiter habe man bereits vermitteln können, verrät Einrichtungsleiterin Jutta Blunck. Auch Marzian macht den Beschäftigten Mut: „Die Chancen, in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen, sind für sie gut.“ Jedoch könne man nicht bei jedem Einzelnen den vorübergehenden Rückfall in Hartz IV vermeiden,

Die Zahl der Beschäftigten in den Sozialkaufhäusern soll durch das neue Modell mit den Ein-Euro-Jobbern auf nahezu gleichem Niveau bleiben, wenn auch mit geringen Einschränkungen. Derzeit sind in Eutin 43 Bürgerarbeiter beschäftigt, Neustadt hat 17, Heiligenhafen zwölf und Fehmarn zehn.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 15:24 Uhr

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