zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 04:49 Uhr

Eutin : Die Rostgefahr in der Tiefgarage

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zehn Parkanlagen der Sparkasse Holstein sind von Betonschäden betroffen. Allein die Sanierung der Tiefgarage in Eutin kostet rund eine Million Euro.

von
erstellt am 16.Mär.2015 | 14:33 Uhr

Für die Schläuche, die sich seit Wochen vom Hydranten an der historischen Hof-Apotheke am Keuchhustengang entlang ins Untergeschoss des Sparkassengebäudes schlängeln, haben Spötter in Eutin flugs eine Erklärung gefunden: „Die werden dort wohl zur Geldwäsche gebraucht.“ Richtig lachen mag Björn Lüth, Pressesprecher der Sparkasse Holstein, nicht über diesen Scherz: Die Schläuche liefern das Wasser für eine aufwändige, fast eine Million Euro teure Betonsanierung in der Tiefgarage des Geldinstituts.

Die zweistöckige Parkanlage wurde in den 70er Jahren errichtet, sie bietet rund 100 Fahrzeugen Platz und dient auch als Anfahrstelle für den Lieferverkehr zur Sparkasse. Doch seit Mitte Januar rollt kein Auto mehr die Rampe hinunter: Dort wird auf zwei Etagen buchstäblich mit Hochdruck gearbeitet, damit schadhafter Beton entfernt und die Armierungen darin frei gelegt werden. Die Eisengestänge sind teilweise von Rost befallen, partiell sogar schon aufgelöst – kein schöner Anblick für Experten, die für die Tragfähigkeit von Gebäuden verantwortlich sind.

„Jahrzehntelang ist hier im Winter mit dem Schnee an den Reifen Streusalz auf den Boden getropft. Diese Chlorid-Einträge sind in den Beton eingezogen, weil der damals oft noch nicht besonders abgedichtet wurde, und haben die Armierung angegriffen“, erklärt Diplom-Ingenieur Andreas Rathgeber vom Gebäudemanagement der Sparkasse.

Von dieser schleichenden Rostgefahr sei äußerlich noch nichts zu sehen gewesen, doch aufgrund der Berichte über den Bröselbeton allerorten in Straßenbrücken und Parkdecks habe man vorsichtshalber Stichproben in den Tiefgaragen der Sparkasse nehmen lassen. Das Ergebnis habe die schlimmsten Befürchtungen übertroffen: An zehn Standorten in Ostholstein und Stormarn müssen die Betonsanierer anrücken. Rund 2,5 Millionen Euro wird das nach bisherigen Kalkulationen insgesamt kosten; die Maßnahme in Eutin ist die umfangreichste.

Betraut damit ist die Hamburger Niederlassung der Firma Bauschutz GmbH. Polier Jens Dreyer ist mit dem bisherigen Arbeitsverlauf zufrieden: „Wir liegen im Plan.“ Eine auf Wasserhochdrucktechnik spezialisierte Firma aus Neuenhagen hat bereits fast alle Armierungen in den Fußböden und unteren Partien der Seitenwände freigespült. „Das Spülverfahren mit 1500 bar Wasserdruck ist sehr laut, der feuchte Nebel um einen herum schmeckt salzig“, beschreibt Vorarbeiter Reimund Kaminski seine Alltagserfahrung. Die Mitarbeiter tragen daher Schutzkleidung und gehen alle zwei Jahre zum Gesundheits-Check.

Das Spülwasser wird nach einer Filtrierung in die städtische Kanalisation eingeleitet, die festen Betonreste sollen recycelt werden. Bald soll frischer Beton aufgebracht werden. „Wir werden pünktlich zum 1. Juni hier fertig sein“, sagt Polier Dreyer. Dann ist die Tiefgarage wieder zu nutzen, was für alle die Aussicht auf einen freien Parkplatz in der Innenstadt verbessert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen