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Die Reithalle hat Priorität für die Stadt Eutin

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Diskussion um Entwicklung an der Stadtbucht

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 00:38 Uhr

„Haus des Gastes oder Schlossterrassen (Historische Reithalle) – eines geht nur.“ So lautet der Tenor der Stadt und auch Eike Diller, Fraktionsvorsitzender der Grünen, deutete in einem Ausschuss an, dass sich die Stadt bei der Haushaltslage fragen müsse, wie die bisher geplanten Vorhaben zu realisieren sind.

Der zweite Bürgerentscheid „Zum Erhalt und zur Sanierung des Haus des Gastes“ steht unmittelbar bevor, nur über den Termin des Wahltags wird noch gestritten. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Schleswig wird Freitag erwartet (wir berichteten). Doch schon jetzt sind die Positionen klar: „Die Sanierung der Reithalle hat Priorität, das wurde so schon 2013 beschlossen“, sagt Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt auf Nachfrage. Der Architekten-Wettbewerb laufe, für Mitte Mai sei das Preisgericht geplant. Nach Aussage des Innenministeriums gibt es aber nur für ein Projekt Zuschüsse, wie aus der Vorlage des Hauptausschusses hervorgeht.

Die Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt und die Sanierung des Haus des Gastes, Malte Tech und Sigrid Jürß, sehen das anders: „Schon aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept geht hervor, dass die Schlossterrassen mit 80 Prozent und das Haus des Gastes mit 50 Prozent förderfähig sind.“ Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten, wonach eine Sanierung rund 2,84 Millionen Euro kosten solle, halten sie für „überzogen“. Udo Stücker, Architekt des Hauses des Gastes, sagte gestern: „Wenn alles abgerissen und auf der Bodenplatte nach den derzeitigen Grundrissen wieder aufgebaut würde inklusive Brunnen, Außenanlagen und Ingenieursleistungen, wäre das für 1,8 Millionen Euro machbar.“ Er stützt die Aussagen der BI-Sprecher: „Die reale Sanierungskosten betragen etwa 500  000 bis 700  000 Euro.“ Ein Abriss ohne konkrete Entwicklungspläne an der Stelle widerspräche jeder Vernunft. Die BI habe ihre Nutzungs- und Sanierungsideen mehrfach der Verwaltung vorgestellt, aber: „Die hören sich das freundlich an, schauen nach einer Stunde auf die Uhr und es kommt gar nicht zur Diskussion, weil sie das Haus weg haben wollen.“

Den Stadtvertretern sei bewusst, dass Alternativvorschläge gebraucht würden, damit sich die Bürger vorstellen könnten, was auf dem 1a-Grundstück an der Stadtbucht möglich sei, sagt Matthias Rachfahl (CDU). Die Christdemokraten arbeiteten zurzeit an einem Entwurf, der vor dem Entscheid vorgestellt werden solle. „Das ist wichtig, um auch die Bürger zu gewinnen, die den Bau von Eigentumswohnungen an der Stelle fürchten.“ Seite 3

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