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Die Regenbogen-Kinder ziehen nach „Bullerbü“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 14:07 Uhr

In der 43-jährigen Geschichte des kleinsten Eutiner Kindergartens steht ein historisches Ereignis bevor: Nächste Woche beziehen die 20 Kinder und ihre Erzieher ein eigenes, nagelneues Haus. Nach 34 Jahren in der Weidestraße zieht die von einem Elternverein getragene Kita mitten auf einen Bauernhof.

Für die Kinder, Eltern und Erzieherinnen geht damit nach vier Jahren Planung ein großer Wunsch in Erfüllung. Mehr Platz und ein Umfeld, das die Kinder seit über vier Jahren kennen: Der Bauernhof Frohberg im Dosenredder am Rand der Stadt mit vielen Tieren wie Kühen, Pferd und Esel und Hühnern. „Für mich war der Bau des Bauernhof-Kindergartens ein Kriterium, meinen Sohn hier anzumelden,“ betont Stephanie Jahn, Mutter eines Kindergartenkindes.

Die Idee für einen Bauernhof-Kindergarten entwickelte sich langsam: Begonnen habe es, als die beiden Söhnen von Nicole und Frank Frohberg in den Regenbogen-Kindergarten kamen und die Kinder zum Besuch auf den nahe gelegenen Bauernhof eingeladen wurden. Wir haben Kälbchen. Wollt ihr nicht einmal gucken kommen?, fragten Frohbergs.

„Dann sind wir immer häufiger dort gewesen“, erzählt Sabine Nippa, die Leiterin des Kindergartens. Jeden Frühling, Sommer und Herbst hätten sie eine komplette Woche auf dem Hof verbracht, Äpfel geerntet und Saft gepresst und sogar ein Stückchen Gemüsegarten angelegt. „Die Zeit zwischen den Hofwochen war aber leider so lang, dass wir den Wuchs der Pflanzen und Tiere nicht richtig beobachten und erleben konnten.“

Nach vier Jahren Planung, Recherche und unendlichen Verhandlungen war Anfang März Baubeginn für ein rotes Holzhaus auf dem Bauernhof. „Hier durften unsere Kinder auch dabei sein. Wir standen hier, als die ersten Teile für das Haus angeflogen kamen, und drei Tage später feierten wir schon Richtfest mit den Kindern“, erzählt Sabine Nippa.

Gestern wurde die Betriebserlaubnis erteilt. Den Umzug werden sie an diesem Wochenende mit Hilfe der Eltern stemmen. Nippa: „Größer könnte der Kontrast nicht sein: Von der Innenstadt nach Bullerbü.“

In die Wochen des Wartens auf den Umzug kam dann noch Stress, den sich alle gerne erspart hätten: In den seit 1980 gemieteten Räumen in einem Haus in der Weidestraße war über die Osterfeiertage in der Zwischendecke ein Wasserschaden entstanden. Bei der Öffnung der Decke entdeckten Handwerker Schimmel.

Das Gesundheitsamt habe erklärt, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Kinder bestanden habe, da sie nicht mit dem Schimmel in Kontakt gekommen seien. „Die Dame vom Gesundheitsamt hat uns versichert, das gesundheitlich keine Gefährdung bestand, und das reicht mir dann auch. Da vertraue ich auch drauf“, betont Stephanie Jahn.

Sechs Tage waren die Kinder bei ihren Eltern zu Hause, in der vergangenen Woche vor dem Umzug waren sie vorübergehend in den Räume der freien evangelischen Gemeinde untergekommen.

Der Stress wird in dem neuen Haus vermutlich schnell vergessen sein. Beim Blick nach vorne freut sich Sabine Nippa auf viele neue Möglichkeiten in der Betreuung der Kinder: „Wir haben sogar eigene Hühner. Die werden wir jeden Tag misten, füttern, die Eier holen und sie dann in Geburtstagskuchen verbacken. Besser könnte es nicht sein.“

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