zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 19:32 Uhr

Die Polizei ist belastet wie nie zuvor

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bauchrowitz: Ein „harter Ritt“ für meine Kollegen

Die auch für den Kreis Plön zuständige Polizeidirektion Kiel klagt über eine erhebliche Einsatzbelastung. „Sie ist so hoch wie nie zuvor“, klagte der Leitende Polizeidirektor Thomas Bauchrowitz gestern Abend vor dem Polizeibeirat in Plön. Der war auf CDU-Antrag zu einer Sondersitzung gerufen, an der – bis auf die Grünen – Vertreter aller im Kreistag vertretenen Parteien teilnahmen.

Die Zahlen: Wurden 2013 noch 56  000 Arbeitsstunden geleistet, so waren es 2014 schon 73  000 Stunden. Dafür sorgten Gipfeltreffen, Staatsbesuche oder Fußballspiele. „Das war ein ,harter Ritt’ für meine Kollegen“, gestand Thomas Bauchrowitz.

Es ging der CDU um das schwindende Sicherheitsgefühl der Menschen im Kreis Plön. Werner Kalinka fragte, ob die Polizei strukturell ausreichend aufgestellt und die Zahl der Beamten im Kreis Plön überhaupt ausreichend sei. Lutz Schlünsen (SPD) wollte die gefühlten Sorgen der Bürger in den Fokus rücken und aufklären.

Das Problem der Veranstaltung: Es lagen nur Zahlen bis 2104 vor. Die Veröffentlichung der aktuellen Zahlen behält sich der Innenminister vor – eine seit Jahren geübte Praxis. Doch: nach zwei Fusionen und der Umorganisation innerhalb der Polizei mit der Schließung von fünf Polizeistationen im Kreis sind aktuell noch 100 Polizeibeamte im Kreis Plön tätig. Jetzt würden 150 Anwärter zusätzlich eingestellt, die ihre Ausbildung 2019 beenden und die Polizei wieder verstärken.

Bauchrowitz, der mit seinem Stellverteter Frank Matthiesen und dem Plöner Revierleiter Michael Martins Rede und Antwort stand, rechnete für 2014 ganze 160 vollendete Einbrüche vor. 2009 seien es 166 gewesen. Deutlich sei die Zahl der versuchten Einbrüche gestiegen: von 88 auf 138. Die Sexualdelikte seien von 98 auf 40 zurück gegangen. Das große Manko: Die Aufklärungsquote bei den Einbrüchen ist sehr gering.

So sei auch nach der Umstrukturierung nichts an der Höhe der Präsenz der Polizei im Kreis Plön verändert worden, versicherte Bauchrowitz: „Fünf Streifenwagen sind hier in der Woche unterwegs, bis zu sieben am Wochenende.“ Dazu kommen Bäderdienste und besondere Anlässe. Für die Einbrücke macht Bauchrowitz Intensivtäter aus dem Ausland verantwortlich: „Organisierte Einbrüche werden von ausländischen Täterbanden dominiert.“ Um besondere Lagen näher auszuführen, wurde die Sitzung aus einsatztaktische Gründen hinter verschlossenen Türen fortgeführt.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 18:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert