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Kunstprojekt : Die mentale Brücke soll weiterleben

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll nach dem Ende der EU-Förderperiode für das Projekt „Kulturlink“ weitergehen

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 13:46 Uhr

„Auch wenn die EU-Förderung jetzt endet, sollen unsere Ideen weiterleben“, sagt Nicola Lucas von der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. Die Leiterin des Künstler-Vernetzungsprojektes „Kulturlink Fehmarnbeltquerung“ richtet mit diesen Worten eine klare Botschaft nach draußen. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und dänischen Künstler soll weitergehen – auch ohne EU-Gelder. Einen offiziellen Abschluss der Förderungsperiode wird es dennoch im Rahmen einer Wanderausstellung geben, die seit gestern Station in der Eutiner Kreisbibliothek macht. „Wir wollen damit zeigen, was wir in vier Jahren gemacht haben“, erklärt Lucas.

Die Ausstellung zieht sich als interaktive Schau durch das gesamte Bibliotheksgebäude. Die Besucher sollen dabei das grenzüberschreitende Künstlerprojekt mit allen Sinnen erfahren und sich auf diesem Wege eine eigene Meinung bilden. So auch zur Skulptur der Kieler Fotografin Heidi Klinner-Krautwald und der dänischen Künstlerin Susanne Thea. „Wir haben uns bei einem Ausstellungsprojekt getroffen. Die Idee hinter der Skulptur war, dass sich in ihr unsere unterschiedlichen Sichtweisen und Arbeitsweisen widerspiegeln“, so Klinner-Krautwald. Das Kunstwerk sei aus diesem Grund mit durchsichtigen Scheiben versehen worden und verändere je nach Standpunkt sein Aussehen. Eben genau so, wie ein Blick über den Fehmarnbelt. „Für mich war die Arbeit eine interessante Reflexion“, sagt Klinner-Krautwald.

Insgesamt konnten in den vergangenen vier Jahren rund 25 solcher Projekte realisiert werden. „Ziel war es, Künstler miteinander zu vernetzen und hierdurch menschliche Begegnungen zu ermöglichen“, so Lucas. Sie sei überrascht darüber gewesen, dass es vor dem Start der Förderperiode kaum größere Künstlernetzwerke zwischen Deutschland und Dänemark gegeben habe. Einen möglichen Grund sieht sie im unterschiedlichen Kulturverständnis auf beiden Seiten. Während in Dänemark eine großzügige Förderung durch die öffentliche Hand erfolgt, ist Kultur in Deutschland vor allem ehrenamtlich organisiert.

Unterschiede zwischen Deutschen und Dänen stellt auch Markus Föhrweißer von der Kreismusikschule Ostholstein fest. „Die Dänen sprechen besser deutsch als wir dänisch. Musik als Medium war daher sehr dankbar.“ Gemeinsam mit der Guldborgsund Musikschule gründete seine Einrichtung ein gemeinsames Gitarrenorchester und komponierte zudem eine Fehmarnbelt-Fanfare und -Suite. „Wir haben soviel auf die Beine gestellt, dass der Zug weiterfahren wird“, zeigte sich Föhrweißer von einer Fortsetzung der Zusammenarbeit überzeugt.

In seinen vier Jahren wurde „Kulturlink Fehmarnbeltquerung“ mit 1,1 Millionen Euro gefördert. 60 Prozent kamen von der Europäischen Union, 40 Prozent von den Projektpartnern. Darunter auch der Kreis Ostholstein. „Es ist für den Kreis immer wichtig gewesen, neben der physischen auch eine mentale Brücke zu bauen“, so Kreismitarbeiter Horst Weppler. Die Wanderausstellung ist noch bis Sonnabend in der Kreisbibliothek Eutin zu sehen. Am Montag geht es für sie weiter zur „Kultour GmbH“ in Oldenburg, ebenfalls ein Projektpartner.

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