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Ostholsteiner Anzeiger

26. Juli 2017 | 12:48 Uhr

Die Menschen hinter den Kulissen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Maske, Bühnenmaler, Kostümleitung: Mitglieder der großen Familie der Eutiner Festspiele erzählen, was das Besondere für sie ist

Hier wird noch ein Handschuhpaar zum Kostüm sortiert, dort noch schnell eine Mütze genäht, auf der Bühne noch eine Pergola aufgebaut, in der Maske das Make-up zur Rolle besprochen. Es sind nur noch drei Tage, bis zur Premiere der „Fledermaus“ auf Eutins grünem Hügel – und die Stimmung ist bestens, versichern die Mitarbeiter der Opernscheune. Der Regen der vergangenen Tage ist verzogen, die Hoffnung, der Wetter-App vertrauen zu können, denn sie sagt schönes Wetter für den Premieren-Samstag voraus, steigt stetig.

„Es ist die opernhafteste aller Operetten und eine sehr anspruchsvolle noch dazu“, sagte Intendantin Dominique Caron im Vorfeld. Die Sänger und Solisten seien voller Vorfreude und Energie. Unter den Akteuren dieser Festspiel-Saison sind wieder bekannte Gesichter wie Peggy Steiner oder Milana Butaeva. Letztere freut sich besonders auf ihre Rolle des Orlofsky: „Ich darf zum ersten Mal eine Hosenrolle spielen. Das ist eine absolute Herausforderung und ich hoffe, dass es dem Publikum genauso viel Spaß macht, wie mir“, sagt Butaeva.

Für das passende Kostüm zur Hosenrolle sorgt Ulrike Feldmann. Seit gut 30 Jahren ist sie eine der guten Seelen in der Opernscheune, die im Hintergrund zum Gelingen beitragen. In diesem Jahr hat sie die Kostümleitung übernommen. „Es ist jedes Jahr aufs Neue schön, wenn hier alles Mitte oder Ende Mai aus dem Dornrösschenschlaf erwacht“, sagt sie. Wenn das Stück der Spielzeit bekannt ist, zeichnet sie die Kostüme für jede Rolle, passt sie je nach Bühnenbild und Schauspieler individuell an – und steht an verregneten Tagen auch mit Mitarbeitern die Kleider föhnend in der Opernscheune. „Wir rödeln immer bis zum Schluss. Aber zu merken, wie sich alles formt und entwickelt, ist wirklich schön“, sagt Feldmann.

Bühnenmaler Alp Tokat sieht das ähnlich: „Am Ende etwas zum großen Ganzen beigetragen zu haben, erfüllt mich mit Stolz.“ Es sei jedes Jahr wieder wie nach Hause kommen für ihn, wenn er nach Eutin kommt, um in mühevoller Kleinstarbeit das Bühnenbild von Ursula Wandaress auf die Holzkonstruktionen zu bringen. „Die Säulen beispielsweise sehen zwar gleich groß aus, sind sie aber nicht, sie werden nach hinten immer kleiner. Die Proportionen müssen aber stimmen, deshalb mache ich mir für alles eine Schablone“, sagt der 67-Jährige. Sein persönliches Highlight in diesem Jahr ist die Barockbühne als Mittelpunkt des Bühnenbildes. Teilweise auf dem Bauch liegend, teilweise balancierend, habe er das große Bild gemalt. Seit nunmehr fünf Jahren gehört der einstige erste Theatermaler der Hamburger Staatsoper zur Familie der Eutiner Festspiele: „Die menschliche Nähe und die hohe Wertschätzung, die ich hier von allen Seiten erfahre, ist mein Applaus“, sagt Tokat.



Karten für „Die Fledermaus“ gibt es unter Tel. 04521/80010.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 11:00 Uhr

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