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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 19:38 Uhr

Die „Macht des Lobes“ entdeckt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der 39-jährige Motivationstrainer Christian Bischoff sprach gestern in Plön vor 800 Schülern und über 200 Eltern in der Schiffsthalaula

„Folge Deinem Herzen“ steht auf dem roten Stirnband, das sich Christian Bischoff auf den Kopf gesetzt hat. Was anfänglich einen völlig durchgeknallten Typ vermuten lässt, entpuppt sich schnell als Programm. „In sieben Tagen werdet ihr euch nicht mehr an meinen Namen erinnern, aber bestimmt an dieses rote Stirnband auf meinem Kopf“, weiß der 39-jährige Motivationstrainer. Gestern sprach er in Plön in drei Veranstaltungen vor rund 800 Schülern und über 200 Eltern.

Christian Bischoff lenkt schnell das uneingeschränkte Interesse der Schüler auf sich: „Wichtig sind Selbstvertrauen, Blickkontakt zu den Menschen und Konzentration.“ Vielen Menschen fehle dieser Fokus. Sie würden von ihren Zielen abgelenkt. Doch: Erfolg sei im Leben nicht von den Schulnoten abhängig, sondern vom eigenen Selbstvertrauen.

„Dass sich Menschen beim reden nicht anschauen ist zu einer Unsitte geworden“, beklagt der Zwei-Meter-Mann. Es signalisiere Desinteresse aber auch wenig Selbstvertrauen. Bischoff warnt zugleich vor Menschen mit einem künstlich aufgesetzten Zahncreme-Lächeln und schließt ein Konzentrationsspiel an. Seine Anweisungen müssen nur ausgeführt werden, wenn es davor heißt: „Christian sagt“. Die Schüler erkennen: der Blickkontakt ist entscheidend.

Selbstvertrauen beginnt mit der eigenen Akzeptanz und sorgt für Effektivität in der Kommunikation. Deshalb sein Rat: „Lernt so schnell wie möglich, euren Körper zu lieben und sagt: ich bin so, wie ich bin.“ Das wird spielend geübt und zeigt, wie schnell man ein Lächeln ins Gesicht seines Nachbarn zaubern kann.

Dann hält Christian Bischoff einen Eimer „voller Selbstvertrauen“ von der Bühne ins Publikum. Selbstvertrauen sei der entscheidendste Erfolgsfaktor. „Wer alles ins Negative kehrt, der sät Angst.“ Bischoff ermuntert die jungen Leute, auch die Eimer der Mitschüler mit Selbstvertrauen zu füllen: „Ehrliche Hilfe und ehrliches Lob sind ein riesiger Eimer-Füller.“ Aber es gebe auch „Eimer-Leerer“ mit negativen Emotionen. Sie seien selbst isoliert und einsam.

Auch der Eimer Christian Bischoffs mit Selbstvertrauen war einmal leer. In der eigenen Schulzeit nannten ihn alle „Brillenschlange“, „Lulatsch“ oder „Mongo“. Dann kam das erfolgreiche Sichtungstraining bei einem Basketball-Bundesligisten und der Satz seines Trainers: „Du kann bester Basketballer deines Jahrganges in Deutschland werden.“ Ein Satz, der Christian Bischoff mindestens fünf Jahre lang Flügel verlieh. So habe er die „Macht des Lobes“ entdeckt und damit bis heute vielen Menschen geholfen: „Sagt einfach, was ihr an den anderen Menschen schätzt.“ Die Schüler machten davon in einer kurzen Pause sofort erfolgreich Gebrauch und füllen gegenseitig viele Eimer mit Selbstvertrauen.

Nur Christian Bischoff sitzt allein auf der Bühne. Ihm dankt keiner. Aber das hat er so erhofft und erzählt dazu eine Geschichte über seinen damaligen Schulwechsel, als er ziemlich aufgeregt vor seiner neuen Klasse stand und der Lehrer den Unterricht abbrach, ihm jeden Mitschüler persönlich einzeln und die Schule vorstellte – der kleine Christian fühlte sich wohl und hatte schnell seinen Lieblingslehrer gefunden. „Dann schrieben wir eine Klassenarbeit“, erinnert er sich an die letzte Frage darin nach dem Vor- und Nachnamen des Hausmeisters der Schule. Das habe keiner gewusst, aber so schnell gelernt, jeden Menschen richtig wahrzunehmen und ihm Respekt entgegen zu bringen.

Hier schlägt er einen Bogen zur aktuellen Situation: „Auch Flüchtlinge möchten respektiert werden.“ Die Welt werde zusammenwachsen, wenn die Menschen nur den respektvollen Umgang miteinander pflegten.

Die entscheidende Frage ist: Was will ich wirklich im Leben? Die Schüler lernen: „Folge Deinem Herzen“ ist der Schlüssel zu Glück und Erfolg. Das Leben bedeutet Entwicklung. Und es gibt noch einen Tipp vom Motivations-Profi: „Ihr solltet Eure Stärken stärken und die Schwächen managen, damit sie dem Erfolg nicht im Weg stehen.“ Dazu gehört die Disziplin, jeden Tag etwas dafür zu tun, um sein Ziel zu erreichen. Dabei ist das Talent sicher entscheidend. Immerhin: Jeder Mensch hat zwischen drei und fünf Stärken. Die sollte man erkennen und ausbauen. Bischoff: „Man muss nicht immer der Beste sein, sondern sollte sein Bestes geben.“ Das Aussehen sei für den Erfolg und das Leben nicht entscheidend. Entscheidend sei der Glaube an sich selbst.  

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erstellt am 25.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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