Eutin : Die letzte Runde für Achim Koops

Seinen letzten Arbeitstag als Postbote in Eutin wird Achim Koops so schnell nicht vergessen.
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Seinen letzten Arbeitstag als Postbote in Eutin wird Achim Koops so schnell nicht vergessen.

Der Eutiner Briefträger Achim Koops wurde gestern von Kollegen und Kunden in den Ruhestand verabschiedet. 20 Jahre lang war er zuständig für Fissau und Sielbeck.

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21. Februar 2013, 12:06 Uhr

Eutin | Das alles hatte Achim Koops denn bei aller Vorfreude auf seinen letzten Arbeitstag doch nicht erwartet: Mit einem bunt geschmückten Dienstfahrzeug und Arbeitsplatz verabschiedeten 25 Postzusteller in Eutin ihren Kollegen nach 32 Jahren in die Altersteilzeit. Gestern war seine letzte Tour.

Und nicht nur die Kollegen, sondern auch etliche seiner langjährigen Kunden verabschiedeten sich persönlich mit Geschenken vom Briefträger. Von der Polizeidirektion für Fort- und Ausbildung erhielt er einen großen Präsentkorb. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", freute sich der Eutiner, der offiziell ab 1. März Ruheständler ist.
32 Jahre bei der Post

Die berufliche Laufbahn startete Achim Koops bei der Deutschen Bahn. Dort erlernte er den Beruf des Jungwerkers und war bis zu einer großen Rationalisierungsmaßnahme zehn Jahre im Hamburger Stellwerk tätig. Zu der Zeit suchte die Post neue Mitarbeiter. "Die Chance habe ich genutzt und konnte in Eutin arbeiten. Endlich war Schluss mit der Fahrerei", erzählte der 60-Jährige.

In den vergangenen 32 Jahren war Achim Koops für die Zustellung von Paketen und Briefen zuständig und holte auch die Post für die Region per Lkw aus Hamburg ab. Seit 20 Jahren war der Bezirk 15, von der Wilhelmshöhe über Fissau bis nach Sielbeck, sein Zustellbereich. Das persönliche Miteinander zwischen ihm und seinen Kunden sei sehr schön gewesen. Schließlich habe man sich tagtäglich gesehen, einen Klönschnack gehalten und Familiengeschichten erfahren. Mit vielen sei er seit Jahren per Du.
Warmes Essen in Privathaushalt bekommen

Viel hat Achim Koops erlebt und gesehen, aber das alles ausplaudern, das ist nicht sein Ding. Lediglich ein kleines Schmunzeln lässt Kurioses erahnen. Einige Erlebnisse lässt er sich entlocken: Als er eines Tages beim Abgeben der Post in einer Privatküche sagte, wie gut es dort riechen würde, hieß es nur "Sedd di dal" und er bekam ein warmes Essen serviert. Auch über die Vielfalt von Sternen "lernte" Achim Koops dazu. Denn bei einer Dame auf der Wilhelmshöhe hingen immer bis Februar Sterne im Fenster, die er als Weihnachtsdekoration ansah und sich wunderte, warum die solange angebracht waren. Seit seiner Nachfrage weiß er nun, dass es Wintersterne sind, die das Fenster alljährlich schmücken. Zur Erinnerung erhielt er auf seiner letzten Tour einen sternenreichen Umschlag.

Am schönsten sei es bei seiner Arbeit immer in der Weihnachtszeit gewesen. Dann hat der Postzusteller nicht nur Weihnachtspakete gebracht, sondern als Dankeschön auch selbst welche erhalten. Traurig hingegen sei es immer wieder gewesen, wenn Kunden, mit denen er einen netten Kontakt hatte, verstorben waren.

"Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge", resümierte Achim Koops gestern. Vor allem die Kollegen werden ihm fehlen. "Wir sind wie eine große Familie und haben harmonisch zusammengearbeitet." Zunächst einmal will Achim Koops "jetzt gar nichts machen". Und ab dem Frühjahr will er sich intensiv um sein Haus und den Garten kümmern.

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