Eutin : "Die letzte Chance"

Gericht setzte Haft für Eutiner mit 18 Vorstrafen noch einmal zur Bewährung aus

Avatar_shz von
04. Juni 2011, 06:44 Uhr

Eutin | Eigentlich wollte der Angeklagte bei einer Geburtstagsfeier in Eutin nur den angeblichen Geliebten seiner Freundin zur Rede stellen. Weil es dabei aber zu einer Auseinandersetzung kam, nach der eine Frau ein blaues Auge und der angebliche Geliebte eine gebrochene Nase hatten, musste der 33-Jährige sich nun wegen Körperverletzung vor dem Eutiner Amtsgericht verantworten. Da er während der Auseinandersetzung im November 2010 noch auf Bewährung war, verurteilte Richter Jörg Fricke den Angeklagten zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Außerdem muss er 200 Sozialstunden leisten und sich einer Alkohol- sowie einer Anti-Agressionstherapie unterziehen.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte bei den Zeugen - auch, wenn er betrunken gewesen sei und sich deshalb kaum noch erinnern könne. Die Polizei hatte in der Tatnacht beim Angeklagten einen Wert von 1,93 Promille Alkohol festgestellt. Dem Vorschlag des Richters, doch eine Therapie zu machen, stimmte der Angeklagte freudig zu. "Ich weiß halt nicht, wohin mit meiner Wut", schilderte der Eutiner dem Gericht. "Wenn ich eine Therapie machen könnte, wäre das von Vorteil."

Entschuldigungen und Geständnis gaben letztendlich den Ausschlag dafür, dass das Gericht noch einmal eine Bewährungsstrafe verhängte. "Das ist die absolut letzte Chance, die sie bekommen", mahnte Richter Fricke den Angeklagten, der bereits 18 Vorstrafen hat. "So etwas darf nicht noch einmal passieren, sonst kommen Sie sofort ins Gefängnis." Zwar habe er noch Bedenken wegen der Bewährung, erklärte der Richter in der Urteilsbegründung. "Aber bei der Erfüllung der Auflagen sehe ich eine gewisse positive Prognose für Sie."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen