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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 00:25 Uhr

Die Küstenwache in der Hauptrolle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Fernsehserie ist Geschichte, bei den „Tagen der Küstenwache“ in Neustadt rückte die wahre Küstenwache in den Vordergrund

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 11:28 Uhr

Große Einsatzschiffe von Zoll, Bundespolizei See und Fischereischutz, Uniformen und Blaulicht beherrschten das Bild am Wochenende am Westufer des Neustädter Hafens. Doch die Schaulustigen, die in Scharen in den Hafen strömten, bekamen eine friedliche Szenerie geboten: Sie nutzten die „Tage der Küstenwache“, um zu flanieren, die Schiffe zu besichtigen und sich über die Arbeit der Küstenwache zu informieren.

Der Mann, der dort zur Mittagszeit in einem kleinen Zelt am Westufer des Neustädter Hafens sitzt und Autogramme gibt, hat, wenngleich in bescheidenem Rahmen, Fernsehgeschichte geschrieben. Schauspieler Elmar Gehlen stand 15 Jahre und 212 Episoden lang als Maschinist Wolfgang Unterbaur für die ZDF-Serie „Küstenwache“ vor der Kamera. Der Andrang vor dem Zelt ist längst nicht mehr so groß wie bei früheren „Küstenwache“-Tagen, wo die gesamte Crew der „Albatros II“ zur Autogrammstunde antrat. Aber er hat immer noch seine Fans, nimmt sich Zeit, um mit jedem ein paar Worte zu wechseln und strahlt dieselbe Mischung aus guter Laune und Unerschütterlichkeit aus wie in der Fernsehserie.

Um das Zelt herum hat sich die Szenerie in diesem Jahr sehr gewandelt: Drehte sich der „Tag der Küstenwache“ in den letzten Jahren hauptsächlich um die gleichnamige ZDF-Serie und ihre Stars, während die echte Bundespolizei eher eine Statistenrolle spielte, ist es diesmal genau umgekehrt. Statt der 2016 eingestellten Fernsehserie bestimmt eine großangelegte Charmeoffensive des Verbundes aus Zoll, Fischereischutz, Bundespolizei See und anderen Institutionen das Bild. Vor allem die Bundespolizei legt sich besonders ins Zeug, und das hat seinen Grund: „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagt Sabine Seelig, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung bei der Neustädter Bundespolizei. Das kommt vor allem bei den Allerjüngsten gut an: Bei kleinen Ausfahrten mit dem ehemaligen Streifenboot „Europa 1“ in die Neustädter Hafenmündung dürfen die fünf- und sechsjährigen Fahrgäste mal ans Ruder – natürlich unter Aufsicht eines erfahrenen Schiffsführers. Anschließend gibt’s ein kleines Diplom für jeden Nachwuchskapitän.

Auch der Kommandostand des Fischereischutzbootes „Seefalke“, mit über 70 Metern Länge das größte Schiff im Hafen, hat eine magische Anziehungskraft auf Kinder – sie lieben es, sich in einen der beiden „Chefsessel“ zu setzen und sich mit erhöhtem Hafenblick als Gebieter über tausenderlei Instrumente und über 12  000 PS Maschinenleistung zu fühlen.

Das zweitgrößte Schiff im Hafen ist die BP 25 „Bayreuth“, die seit März die Nachfolge der außer Dienst gestellten BP 22 „Neustrelitz“ und BP 23 „Bad Düben“ angetreten hat. Das Publikum nutzt auch hier ausgiebig die Gelegenheit zu einer Besichtigung, ebenso wie auf dem Zollkreuzer „Schleswig-Holstein“.

Eine kleine Kuriosität am Rande: Auch das Piraterie-Präventionszentrum (PPZ), das von der Bundespolizei Neustadt unterhalten wird, bietet seine Dienste an – ausgerechnet in einem Hafen, der besonders im Mittelalter berüchtigt war, weil immer wieder Hanseschiffe hierher entführt wurden. Seit 2010 unterstützt das PPZ die Handelsschifffahrt mit fachlichen Beratungen, Verhaltenstraining, Gefahrenanalysen sowie Workshops und Ausbildungsangeboten. Seit 2015 können sich auch private Skipper hier Tipps zur Vorbeugung, Routenplanung und anderen Piraterie-Vermeidungsstrategien holen.

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