zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 08:55 Uhr

Die Jungen übernehmen das Zepter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreisjägerschaft Eutin: Georg Deutz tritt die Nachfolger von Otto Witt an, der zum Ehrenvorsitzenden berufen wird

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2017 | 12:37 Uhr

Bei der Kreisjägerschaft Eutin endete am vergangenen Freitag eine Ära. Nach drei Amtsperioden trat der Vorsitzende Otto Witt nicht mehr an. Zum Nachfolger des Gothendorfers wählten die Mitglieder bei der Jahresversammlung in der voll besetzten Gillhalle einstimmig den Kaufmann Georg Deutz (42). Der Stockelsdorfer Familienvater war zuvor stellvertretender Vorsitzender und steht seit März an der Spitze des Hegerings Timmendorfer Strand.

Zum Abschluss der vierstündigen Sitzung mit zahlreichen Berichten, Ehrungen, Trophäenschau und weiteren Wahlen wurde Witt aufgrund einer Entscheidung des restlichen Vorstands zum Ehrenvorsitzenden berufen – ein bislang einmaliger Vorgang in der Kreisjägerschaft (KJS) Eutin. Der Eutiner Amtsrichter wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Ehrlichkeit, Zielstrebigkeit und Nachhaltigkeit: Diese Eigenschaften hätten die Amtszeit von Otto Witt geprägt, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Christian Meissner. „Du hast den Schießstand für uns nach vorne gebracht, klare Worte gefunden und Streit geschlichtet“, lobte er.

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, nicht gerne Ehrenvorsitzender der Kreisjägerschaft Eutin zu werden“, antwortete Witt. Er musste in seiner Amtszeit enorme Anstrengungen aufbringen, um das für die Ausbildung der Jäger benötigte Schießsportzentrum Kasseedorf durchzusetzen und dessen Finanzierung zu sichern.

Er gehe eher mit einem lachenden als einem weinenden Auge, hatte Witt zuvor gesagt. „Wenn junge Leute da sind, darf man den Zeitpunkt nicht verpassen“, begründete der 64-Jährige seine Entscheidung, die Vorstandsarbeit nun anderen zu überlassen. Witt dankte für die Einmütigkeit der Entscheidungen in seiner zwölfjährigen Amtszeit. Einen besonderen Dank zollte er Meissner, mit dem er freundschaftlich verbunden sei und fast alle Termine gemeinsam besucht habe: „Ich hab den Schnacker gemacht und du hattest die Ahnung“, nahm Witt sich selbst auf die Schippe.

Einmütig beschloss die Versammlung eine doch erhebliche Beitragserhöhung. Im nächsten Jahr wird der Jahresbeitrag um 25 auf dann 110 Euro steigen. Davon behalten wird die KJS jedoch mit drei Euro nur einen kleinen Teil, der Rest wird an den Landesjagdverband (LJV) abgeführt, der eine Beitragserhöhung um 22 Euro beschlossen hat und seinerseits ab 2019 fünf Euro mehr an den Deutschen Jagdverband abführen muss. Ebenfalls einmütig fiel der Beschluss, die Umlage für das Schießsportzentrum in Höhe von 30 Euro für die Jahre 2018 bis 2020 zu verlängern. Der Schießstand etabliere sich immer mehr und werde mittlerweile landesweit anerkannt, sagte Witt. Der LJV habe offene Handwerkerrechnungen in einer Höhe von 40  000 Euro übernommen.

Landrat Reinhard Sager dankte Witt für die langjährige Tätigkeit, mit der er die Geschicke der KJS in vorbildlicher Weise mitgeprägt habe. Mit den Behörden des Kreises Ostholstein gebe es eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Zukunft der KJS scheine gesichert, erklärte Sager. Für die Jägerprüfung, das „grüne Abitur“, im Mai hätten sich 50 Prüflinge angemeldet. „Das sind so viele wie seit rund 20 Jahren nicht mehr.“ Eutin steuert dabei 32 Anmeldungen bei, 18 kommen aus Oldenburg.

Mit diesen Zahlen stoße die Prüfungskommission wegen des erforderlichen Zeitaufwands an eine Schmerzgrenze, sagte Kreisjägermeister Gustav Hogreve. Denn die Qualität der Prüfungen werde auf keinen Fall darunter leiden, bekräftigte er. Witt mahnte, den Jungjägern müssten auch Jagdmöglichkeiten eröffnet werden. „Es nützt uns nichts, dass wir nur Jäger produzieren, wir müssen sie auch unterbringen.“ Die gute Nachwuchsarbeit spiegelt sich in der Personalstärke der KJS wieder. So sei die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr um 35 auf 739 gestiegen.

Der LJV-Präsident Wolfgang Heins begründete die Betragserhöhung seines Verbands mit einer sehr klammen Finanzlage und dem Erfordernis, die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. „Wir müssen mehr tun in diesem Bereich.“ Mit dem Geld solle auch die IT-Technik der Geschäftsstelle in Flintbek aufgewertet werden.

Scharfe Kritik übte Witt an der Abschaffung der Abschusspläne für das Rehwild im vergangenen Jahr durch eine Novellierung des Landesjagdgesetzes. „Das ist aus meiner Sicht eine jagdliche Katastrophe“, sagte er mit Blick auf nun fehlende Beschränkungen. Die KJS habe daher mit ihren Hegeringen Abschusspläne vereinbart, um ein Zeichen zu setzen: „Wir wollen zeigen, dass uns das Wild etwas wert ist“, betonte Witt.

Nicht nur das Amt des Vorsitzenden war neu zu besetzen, auch die übrigen Vorstandsposten. Erstmals gewählt wurden Jürgen Schlüter (stellvertretender Vorsitzender), Sabine Asbach (Schriftführerin) und Johanna Muhs (Schatzmeisterin), im Amt bestätigt wurde Christian Meissner (stellvertretender Vorsitzender). Als Beisitzer bestätigt wurden Thomas Rüsch, Jörn Jahnke und Nikolaus Mentz, neu sind Frank Redemann (bisher Schatzmeister), Hubertus Bossmann und Frank Schumacher. Als Obleute gewählt wurden Sören Frank, Otto Witt, Hans-Heinrich Jaacks, Jörg Ehrich, Uwe Clasen, Sylvia Muhlak und Jörn Jahnke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen