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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 16:48 Uhr

Eutin : Die Jugend im Visier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jugendzentrum ist trotz Internetzeitalter beliebter Treffpunkt. Heute lebensnahe Hilfestellung gefragter denn je.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 06:30 Uhr

Ein Jugendzentrum als Anlaufpunktfür die jungen Bewohner einer Stadt – ist das noch zeitgemäß? Die Antwort nach einem Besuch vor Ort lautet: Ja. Zwei 13-Jährige spielen Wii aus gemütlichen Sitzsäcken heraus. Eine Gruppe Jungs schnappt sich frisches Popcorn aus der neuen Maschine und marschiert zum Kicker. Vier Mädels sitzen in modernen Rattanmöbeln und kichern über ihren Handys.

„Wir müssen mit der Zeit gehen und uns natürlich verändern, sonst verlieren wir den Kontakt“, weiß Johanna Wester, langjährige Leiterin des Jugendzentrums. Früher, so weiß sie aus ihren Anfangsjahren, sind die Jugendlichen einfach nach der Schule vorbeigekommen um Freunde zu treffen. Heute passiere es schon mal, dass der eine vor der Tür steht und per Whatsapp oder Facebookchat bei seinem Kumpel nachfragt, wo er bleibt, und dieser antwortet dann vom Hinterhof der Einrichtung. Glich das Zentrum früher eher einem Treffpunkt der Wochentag-genaue Prgrammpunkte für die Jugend parat hielt, scheint es heute eher ein Rückzugsort zu sein – um zu sein, was man ist – und das unter Freunden.

Wester: „Wir sind heute viel aktueller, müssen Dinge sofort umsetzen, wenn sie sich ergeben, die Jugendlichen auch Lust dazu haben – und nicht erst in drei Tagen, das ist nicht zeitgemäß.“ So ist zum Beispiel aus dem Grafitti-Projekt für die Landesgartenschau ein Angebot im Zentrum entstanden, die Mauer im Hinterhof neu zu gestalten. „Wer Lust hat, spricht uns drauf an und dann geht es in unseren Overalls in den Hinterhof“, erzählt Dennis Neumann (32), pädagogischer Mitarbeiter.

Auch das Angebot, dass das Zentrum an die junge Generation (offiziell gilt man bis 28 als jugendlich) macht vom Frühstück für junge Mamas mit Kind (mittwochs 9.30 bis 11.30 Uhr) über Hilfe bei den Bewerbungsschreiben bis hin zu Kochnachmittagen oder Kino-Abenden, wird gern angenommen – un dimmer wieder überprüft. So wurde zum Beispiel die einstige Schnitzeljagd aus dem Ferienpass zum Geocaching, „um den Technikdrang der Jugend zu befriedigen“, sagt Neumann. Geocaching sei immer ausgebucht, die jungen Menschen oft mehr als drei Stunden damit in der Stadt unterwegs. „Wenn man sie so drei Stunden spazieren schicken würde, wäre das ein Flopp, mit der Technik heißt es am Ende ‚Was, das war’s schon?‘“, sagt Johanna Wester.

Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, will das Jugendzentrum im 35. Jahr seines Bestehens (offiziell ab Februar) einen Hausinternen Hotspot einrichten. Die Mitarbeiter haben sich deshalb auch extra Tablets angeschafft, „um wieder mitreden zu können“. Wester: „Unser Computerraum ist oftmals verwaist. Jeder nutzt heute sein Handy inklusive Flatrate, um im Netz zu surfen.“ Damit die Mitarbeiter den Anschluss an die Jugend nicht verlieren, übers Netz wieder mit ihnen in Kontakt kommen und vor allem mitreden können, soll der passwortgeschützte „Hotspot“ eingerichtet werden. Dennis Neumann:„Heute fragen wir natürlich auch schon nach oder unterhalten uns mit ihnen über verschiedenste Inhalte, aber so wollen wir noch mal eine ganz neue Dimension schaffen.“ Dass die globale Welt nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein kann, bekommen auch vereinzelt die jungen Leute aus dem Jugendzentrum zu spüren, erzählt Johanna Wester. Mobbing sei längst nicht mehr nur auf den Schulhof beschränkt.Wie haben sich sonst die Probleme der Jugendlichen in all den Jahren verändert? Wester: „Wir geben heute neben unserem offenen Ohr viel öfter lebensnahe Hilfestellungen.“ Die Arge zahlt nicht, missverständliche Schreiben von Behörden oder Stress zu Hause oder in der Schule seien die Themen, mit denen sich die Jugendlichen oft vertrauensvoll ans Personal wenden.

Mehr Infos unter Jugendzentrum-eutin.de oder auf der gleichnamigen Facebookseite. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 14 bis 20 Uhr, Internettreff: Di bis Do 15 bis 18 Uhr.

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