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Die Hürden beim TÜV liegen jetzt höher als früher

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 07.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Es wird nicht einfacher, seinen „alten Schlitten“ durch den TÜV zu bekommen. „Früher wurde zum Beispiel bei einem defekten Licht am Auto vom TÜV-Prüfer lediglich mahnend der Zeigefinger gehoben und der Weg in die nächste Werkstatt gezeigt“, sagte der Leiter der Eutiner TÜV-Station Henning Krogmann gestern bei der Präsentation der TÜV-Statistik der Eutiner Station. Heute müsse das Fahrzeug neu vorgestellt werden.

Dafür sorgt ein neuer Mängelkatalog, der die Hauptuntersuchung seit dem vergangenen Jahr reformiert hat. Dabei geht es um die Einstufung von geringen oder erheblichen Mängeln. Mit geringen Mängeln gibt es noch die begehrte Plakette. Der Fahrer verpflichtet sich damit, diese abzustellen.

Der neue Mängelkatalog kommt allerdings detaillierter daher und senkt die Schwelle von leichten hin zum erheblichen Mangel. „Wir sind beim TÜV nicht böser geworden, es gibt durch den neuen Mängelkatalog mehr Fahrzeug mit erheblichen Mängeln“, sagte Henning Krogmann. So seien im Bewertungszeitraum in Eutin 36,7 Prozent der vorgestellten Fahrzeuge durchgefallen. 50 Prozent schafften die Hauptuntersuchung beim TÜV ohne Beanstandungen – eine relativ konstante Zahl. Der durchschnittliche Pkw, der an der Eutiner TÜV-Station geprüft wurde, sei 8,5 Jahre alt gewesen und habe mehr als 106 000 Kilometer auf dem Tacho.

Eine weitere Änderung: Wer sein Fahrzeug länger als zwei Monate über das TÜV-Datum hinaus zur Hauptuntersuchung vorstellt, zahlt einen Aufschlag von 20 Prozent der Kosten von 62 Euro, also 12,40 Euro extra. „Verspäter haben nämlich meistens Mängel, die sie vom TÜV feststellen lassen wollen“, weiß Krogmann.

Zu Beanstandungen beim TÜV in Eutin führen nicht nur fehlende Wartung, sondern bisweilen auch das Wirken von Freizeit-Mechanikern: Henning Krogmann warnt vor der Bestellung von Ersatzteilen aus dem Internet. So hätten die TÜV-Prüfer zum Beispiel falsche Buchsen für Achsaufhängungen oder laienhaft eingebaute Glühlampen entdeckt. „Die blenden dann den entgegen kommenden Verkehr erheblich“, weiß Krogmann. Klassiker seien weiterhin durchgerostete Bremsleitungen. So habe der TÜV im zurückliegenden Berechnungszeitraum etwa 15 der über 10 000 zur Hauptuntersuchung vorgestellten Fahrzeuge stillgelegt.

„Viele Autofahrer kümmern sich einfach nicht um den sicheren Zustand ihres Fahrzeugs“, weiß Henning Krogmann. Mängel lägen bei Licht und Elektrik sowie bei Bremsen, Umweltbelastung, Achsen und Rädern.

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