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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 09:23 Uhr

Eutin : Die Geheimnisse der reichen Ente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Matinee zum Jahresauftakt der Landesbibliothek Eutin gibt nicht ganz ernst gemeinte Antworten auf die Frage „Wie werde ich reich?“.

Es war eine Abschiedsvorstellung. Zum 9. Mal organisierten die Freunde und Förderer der Eutiner Landesbibliothek in der Sparkasse eine Matinee zum Jahresauftakt, aber vermutlich zum letzten Mal schrieb Dr. Susanne Luber das „Drehbuch“ für einen Mix aus humorvollem Vortrag und Musik, den über 200 Gäste in der Schalterhalle verfolgten. Die langjährige Mitarbeiterin der Bibliothek geht im Sommer in den Ruhestand.

„Wie werde ich reich?“ lautete die zentrale Frage des Morgens. Ihr widmete sich nicht nur der Vortrag, angekündigt als „Ratgeber von Fachleuten aus Wissenschaft, Kunst und Finanzwirtschaft“, sondern sie lieferte auch den Grußrednern den roten Faden. Selbst die Liedauswahl des Duos Roundabout (Kerstin Krieger, Piano, und Matthias Schlüter, Saxophon) drehte sich um das Thema.

Für den Kreis Ostholstein stelle sich die Frage nach dem Reichtum vorerst nicht, da sei es schon ein hehres Ziel, schuldenfrei zu werden, sagte Kreispräsident Ulrich Rüder. „Insofern halten wir es mit Ludwig Erhard, der einmal gesagt hat: ,Mit dem Reichtum fertig zu werden, ist auch ein Problem.‘“

Wer den Blick vom Geld abwende, der entdecke indes in Ostholstein immensen Reichtum an Kultur, bei dem die Landesbibliothek mit ihren Bücherschätzen einen wichtigen Teil darstelle. Der Kreis sei auch reich an historischen Zeugnissen, an Landschaft, an Natur und er sei – mit Blick auf seine Steilküsten – auch „steinreich“.

„Wie werde ich reich? So einfach ist das nicht“ stellte der als Experte fürs Reichwerden angekündigte Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein, Dr. Martin Lüdiger, fest. Allerdings sei Reichtum auch eine Frage der Definition: „Geld allein macht nicht glücklich“ wisse der Volksmund, aber laut „Glücksatlas“ seien die Schleswig-Holsteiner die glücklichsten Menschen in Deutschland. Glücklich seien auch viele Kinder, die von Sparkassen-Stiftungen unterhaltene Lernorte wie den Bungsberg besuchen könnten. Lüdiger: „Und es macht uns glücklich, dass wir auch Glück schaffen können.“

Nach Entenhaus, das Universum der Comicfigur Donald Duck und ihrer Familie, führte der von Dr. Luber geschriebene Vortrag, den die Hamburger Schauspieler Sabine Schindler und Andreas Prieß interpretierten – mit Zwischeneinlagen von Dr. Luber und Dr. Lüdiger. Der Sparkassen-Chef bekam Gelegenheit, den Unterschied zwischen den Finanzgebahren der reichsten Ente der Welt, Dagobert Duck, und einer auf Wirtschaftsförderung in der Region bedachten Sparkasse zu erläutern.

Dr. Luber gehört „Donald“ an, womit die „Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus“ abgekürzt wird. Die Donaldisten sammelten, wie Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach schilderte, wichtige Erkenntnisse, zum Beispiel Antworten auf die Frage, ob die Enten in Entenhausen Zähne haben oder warum nur weibliche Enten über Schuhwerk verfügen. Auf jeden Fall könnten Erkenntnisse aus der Welt der Ducks dazu beitragen, unser eigenes Universum besser zu verstehen.

Im Ratgeber „Wie werde ich reich?“ wurde ausgiebig erörtert, wie der Multi-Trilliardär Dagobert Duck überhaupt zu seinem Reichtum gekommen ist („Nicht die Goldgräber am Yukon wurden reich, sondern die Leute, bei denen die ihr Geld ausgegeben haben“) oder wer wirklich regiert („Regiert wird die Welt nicht in Rathäusern oder Ministerien, sondern in Vorstandsetagen“). Am Ende sagt Onkel Dagobert auch, wie man wirklich reich wird: „Sparen, sage ich immer, sparen und nochmals sparen. So macht man Geld. Und wo Geld ist, vermehrt es sich von selbst.“

Allerdings hat seine Philosophie einige Nachteile: Ausgaben gönnt sich Dagobert nicht. Sein extremer Geiz macht ihn reich – aber auch glücklich?

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erstellt am 01.Feb.2016 | 04:00 Uhr

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