Die Folgen des demografischen Wandels

Neue Studie: In den Kreisen Ostholstein und Plön leben im Jahr 2030 weniger, dafür aber immer ältere Menschen

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28. Juli 2015, 11:56 Uhr

Die Städte wachsen, die Dörfer schrumpfen: Die Bevölkerungszahlen in Deutschland entwickeln sich einer Studie zufolge in den kommenden 15 Jahren extrem auseinander. Während ländliche Regionen teils dramatisch Einwohner verlieren, werden die städtischen Ballungsräume immer größer. Folge: Auf dem Land wird es zunehmend schwieriger, eine funktionierende Infrastruktur etwa bei Nahverkehr oder ärztlicher Versorgung sicherzustellen.

In der von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebenen Untersuchung bilden die Kreise Ostholstein und Plön keine Ausnahme: In Ostholstein soll die Zahl der Einwohner von 197  870 auf 194  790 im Jahr 2030 sinken – im Plöner Raum von 126  720 auf 122  440. Zum Vergleich: Lübeck soll bis 2030 nach 211  680 dann 213  120, Kiel nach 239  840 dann 251  910 Einwohner zählen.

Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. Die Generation 80 plus wird größer, der Pflegebedarf steigt. Kommunen stellt das nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung vor große Herausforderungen. Die Gruppe der Hochbetagten wächst in Schleswig-Holstein von 145  610 im Jahr 2012 um 68,8 Prozent auf 245  800 im Jahr 2030, wie aus einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh hervorgeht. Damit verzeichnet der Norden neben Berlin den größten Anstieg.

Bundesweit wird die Zahl der über 80-Jährigen bis 2030 um 47,2 Prozent auf dann 6,3 Millionen steigen. 2030 wird die Hälfte der Bürger Schleswig-Holsteins den Angaben zufolge älter als 49,7 Jahre sein. Auch in der Region zwischen Lübeck und Kiel soll der Anteil der Über-80-Jährigen in der Bevölkerung ansteigen: In Ostholstein von 6,4 auf 10,7 Prozent, in Plön von 5,4 auf 10,1 Prozent im Jahr 2030.

Zu den „jüngsten“ Kommunen im Land werden die Unistädte Kiel (42,9 Jahre) und Flensburg (43,3) gehören, zu den „ältesten“ Schönberg (Kreis Plön) mit einem Medianalter von 60,0 und Grömitz (Kreis Ostholstein) mit 62,1.

Insgesamt wird die Bevölkerung des  nördlichsten Bundeslands nach der Prognose bis 2030 leicht um 10  000 Einwohner auf rund 2,82 Millionen wachsen. Die meisten Orte in Ostholstein und Plön allerdings nicht. Schwentinental und Heikendorf verlieren in den kommenden 15 Jahren sogar jeweils fast zehn Prozent ihrer Einwohner.

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