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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 22:11 Uhr

Die „feuchte Kugel“ rollt seit 66 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der älteste Kegelclub Eutins trifft sich im zweiwöchentlichen Rhythmus auf der Hubertushöhe / Heinrich Buchwald ist seit 1982 Präsident

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 13:23 Uhr

„Feuchte Kugel“ nennt sich der Kegelclub seit seiner Gründung. Einen Namenszusatz würde ihm vermutlich niemand streitig machen: ältester Kegelclub Eutins. Am Himmelfahrtstag (5. Mai) ist es 66 Jahre her, dass sich eine Männerrunde mit dem Ziel des regelmäßigen Kegelns in Eutin zusammenfand. Kein echtes Jubiläum, aber eine beeindruckende „Schnapszahl“, die von den aktuell sieben Keglern vergangene Woche gefeiert wurde.

Es waren zehn Kaufleute und Ärzte, die 1950 den Kegelclub „Feuchte Kugel“ gründeten. Alles Männer im gestandenen Alter. Das hat sich nach 66 Jahren nicht verändert. Geblieben ist auch der Rhythmus: In 14-tägigem Abstand rollen im Restaurant „Hubertushöhe“ die Kugeln. Und der jährlichen „Generalversammlung“ geht immer ein gemeinsamer Spaziergang voraus, der dieses Jahr um den Kleinen Eutiner See führte.

Die Regularien brachten keine personellen Änderungen: Als Präsident wurde Heinrich Buchwald bestätigt. Der 89-Jährige trat dem Kegelclub 1972 bei, seit 1982 ist er Präsident. Aktuell gehören sieben Kegler dem Club an. Der jüngste ist Heino Reher (52), er ist seit zehn Jahren dabei. Der jüngste Zuwachs ist Horst Pegel, der 78-Jährige ist vor zwei Jahren beigetreten.

„Drei neue Kegler könnten wir noch gut gebrauchen“, sagt Buchwald. Gekegelt wird meistens mit Würfen in die Vollen oder Hausnummern, für „Pudel“ wird ein Obolus fällig, einmal im Jahr wird nach Auswertung aller Ergebnisse ein Clubmeister gekürt.

Wer einmal dabei ist, bleibt es meistens sein Leben lang: Seit der Gründung hatte der Kegelclub nicht viel mehr als 50 Mitglieder – wenig Fluktuation in fast sieben Jahrzehnten. Viele Eutiner Prominente waren darunter, Prof. Leonhard Boldt, Carl Friedrich Janus, Fritz Schönke, Karl-Wilhelm Menke und Walter Giesler zählen dazu.

Die erste Kegelbahn war 1950 in einem Lokal am Fuß des Kaiser-Wilhelm-Berges, das später abgebrannt ist. „Fünf Linden“ in Fissau (abgerissen) und „Prinzenholz“ in Malente waren weitere Stationen, bevor der Kegelclub auf der Hubertushöhe sein aktuelles Domizil gefunden hat. Neben dem 14-tägigen Kegelabend donnerstags und der Generalversammlung wird einmal im Jahr ein Tagesausflug gemeinsam mit den Frauen organisiert.

Der Name „Feuchte Kugel“ stammt übrigens aus den Zeiten, in denen die Kugeln mit Bierschaum angefeuchtet wurden. Und in der 1975 verfassten Chronik ist vermerkt, dass die Tradition des Clubs bis in das Jahr 1925 reiche: Da kegelte schon Carl Diegmann. Er gehört 1950 zu den zehn Gründungsmitgliedern und blieb bis zu seinem Tod 1971 der „Feuchten Kugel“ treu.


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nteressierte Männer können sich bei Heinrich Buchwald unter Tel. 04521/4225 melden.

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