zur Navigation springen

Malente : Die Fahrer des Bürgerbusses sind fit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Insgesamt 21 Ehrenamtler übernehmen zukünftig die kostenlose Beförderung in den Malenter Dörfern, Nieder- und Oberkleveez.

„Wir sind endlich da, wo wir hinwollten“, sagte Ingo Wagner zufrieden. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Rentner die Idee eines Bürgerbusses für Malente hatte. Jetzt freute sich der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins nicht nur über einen Transporter für zehn Personen, sondern auch über 21 ehrenamtliche Fahrer. Diese nahmen den Bus jetzt in Augenschein und erhielten gleich eine Einweisung in die Technik des Großraum-Fahrzeugs.

Karin und Holger Bröhl wollten sich engagieren, das stand für das Ehepaar von Anfang an fest. Also meldeten sich die beiden Malenter als Fahrer. „Es sind nur ein paar Stunden pro Woche“, erklärte Karin Bröhl. „Wenn man die Zeit hat, sollte man das auch machen.“ Immerhin sei der Bürgerbus eine gute Sache, „es gibt viele ältere und behinderte Menschen in der Region.“ Holger Bröhl stimmte seiner Frau zu. So böte der öffentliche Nahverkehr nicht ausreichend Möglichkeiten für ältere Menschen auf dem Dorf: „Wir holen die Leute ab, die sonst lange auf den Bus warten müssen oder dort leben, wo kein Bus hinfährt.“ Im Bedarfsfall, sagte Bröhls, hole der Bürgerbus die Menschen – etwa Rollstuhlfahrer – auch direkt vor der Haustür ab. Angst vor dem großen Gefährt haben die Eheleute nicht. Karin Bröhls: „Ich bin schon Kleintransporter gefahren, das ist kein Problem.“ Holger Bröhls hat im Laufe seines Lebens Fahrpraxis mit 40-Tonnern gesammelt, aber: „Man muss in die Technik eingewiesen werden, das Fahren selber ist kein Problem.“ Die Technik erklärte gestern Tim Lorenzen. Ob Schiebetür, Scheibenheizung oder Rückfahrkamera – alle Fragen zur Technik des Busses beantwortete der Autohaus-Mitarbeiter.

Weil die Fahrt mit dem Bürgerbus für die Passagiere kostenlos ist, benötigen die Fahrzeugführer keinen Personenbeförderungsschein, erklärte Michael Winkel vom Vereinsvorstand, aber: „wir hielten es für verantwortungsvoll und richtig, alle Fahrer qualifizieren zu lassen.“ Darum ging es für die 21 Ehrenamtler zum Gesundheitscheck mit Seh- und Reaktionstest beim Amtsarzt in Kiel. Möglich gemacht hat die Qualifikation eine Spende von Kay und Dörte Cornils, erzählte Winkel. „Sie haben uns gerettet, wir hätten die über 3000 Euro nicht alleine schultern können.“

Die Anschaffung des 50  000-Euro-Transporters förderte das Land mit 80 Prozent (40  000 Euro). Die weiteren Kosten (etwa für Benzin und Inspektionen) des Bürgerbusses decken der Kreis Ostholstein und die Gemeinde Malente mit jeweils 10  000 Euro ab. Anfang des nächsten Jahres soll der Bürgerbus rollen und Montag bis Sonnabend 54 Haltestellen der so genannten Malenter Acht – die Nord- und die Südschleife der Gemeinde – anfahren. Absegnen muss das Projekt noch vor Weihnachten die Gemeindevertretung.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Dez.2016 | 12:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen