Festakt in den Schlossterrassen : Die Eutiner SPD wird 140

Die Eutiner SPD feiert Geburtstag: Am Sonnabend, dem 7. November wird der Ortsverein der Sozialdemokraten 140 Jahre alt.

Avatar_shz von
04. November 2009, 10:59 Uhr

Eutin/ | Damit ist die SPD Eutin die "politische Gruppierung mit der längsten Tradition in der Rosenstadt", wie die Partei betont. Die Geburtsstunde war Sonntag, der 7. November 1869: Im Saal der Eutiner Herberge des Gastwirtes Struck am Markt wurde der Eutiner Ortsverein des "Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" (ADAV) gegründet, der als Vorgängerorganisation der SPD gilt. Initiator war der Eutiner Bevollmächtigte des "Deutschen Zimmermanns-Vereins", der den Genossen Vater vom Hamburger ADAV zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen hatte.

Die Eutiner Sozialdemokraten würdigen das Bestehen ihres Ortsvereins mit einem Festakt am Sonnabend, 7. November, in den Eutiner Schlossterrassen mit Gästen aus Politik und Gesellschaft. Die Festrede hält der SPD-Landesvorsitzende Dr. Ralf Stegner, zudem sprechen die Ehrenstadtvertreterin Gisela Poersch und ihre Tochter, die Landtagsabgeordnete Regina Poersch. Für langjährige Mitgliedschaft werden Arnold Reinholdt (SPD-Mitglied seit 1946) und Selma Harasymink (Mitglied seit 1952) ausgezeichnet. Lene Krämer sorgt für die Musik.
Es entstand eine ganze Reihe von Tarnorganisationen
Der Eutiner SPD-Ortsvereinsvorsitzende Uwe Tewes erinnert daran, dass politische Betätigungen zur Gründerzeit von der Staatsmacht massiv behindert wurden. Seit dem 19. Juli 1855 bis mindestens 1890 waren im Fürstentum Lübeck "Arbeitervereine und Verbrüderungen, welche politische, socialistische oder communistische Zwecke verfolgen", verboten. Die von Bismarck durchgesetzten Sozialistengesetze im Jahre 1878 verhinderten den starken Zulauf der Arbeiterschaft zur Sozialdemokratie aber nicht. Da legale politische Arbeit verboten war, entstanden eine ganze Reihe von Tarnorganisationen, wie die Arbeiterbildungsvereine, Konsumgenossenschaften, Wahlvereine, Wohlfahrtsorganisationen und Arbeitersportvereine.

Der von Ferdinand Lasalle ins Leben gerufene ADAV zählte 1873 in Ostholstein mehr als 400 Anhänger und vereinigte bei den Reichstagswahlen 1874 in Schleswig-Holstein rund ein Drittel der Stimmen auf sich, was sich allerdings aufgrund des Wahlrechtes nur in zwei Mandaten niederschlug. Geburtsort der SPD war 1875 Gotha, als sich der ADAV und die von Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründete "Sozialdemokratische Arbeiterpartei" zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands" vereinigten.
"Es ist wichtig, sich auf seine Wurzeln zu besinnen"
"Gerade in einer Zeit, in der sich soviel verändert, ist es wichtig, sich auf seine Wurzeln zu besinnen", erklärt Uwe Tewes. "Die SPD ist eine Partei, die sich für die soziale Gerechtigkeit eingesetzt, das habe sich auch heute unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht geändert. Einer Umverteilung von unten nach oben, wie sie sich unter der neuen CDU/FDP-Koalition abzeichnet, wird sich die SPD vehement widersetzen."

Für den Eutiner SPD-Ortsverein hob Uwe Tewes hervor, dass nach der Kommunalwahl 2008 und dem damit verbundenen Verlust der absoluten CDU-Mehrheit die SPD-Fraktion in der Eutiner Stadtvertretung eine besondere Verantwortung für die Geschicke in Eutin habe.

Dieses Vertrauen der Wähler sei für alle Eutiner Sozialdemokraten eine große Verpflichtung. Dabei sieht er die Eutiner SPD auf einem guten Weg, was mehrere Parteieintritte sowie die Neugründung der Jungsozialisten Eutin in der SPD bestätigen würden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen