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Die Elternbeiträge sollen steigen – aber wie hoch?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eltern im Schulverband Bungsberg müssen sich auf höhere Kosten für die Offene Ganztagsschule einstellen

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Für 150 Euro im Jahr bekommen Eltern an der Friedrich-Hiller-Schule für ihre Sprösslinge sowohl Hausaufgabenbetreuung (12 bis 14 Uhr) als auch Freizeitangebote (14 bis 16 Uhr). Zu wenig, waren sich die Mitglieder des Schulverbandes Bungsberg auf ihrer letzten Sitzung des Jahres einig.

Damit lassen sich die Kosten nicht decken, es ist auch deutlich weniger als das, was andere Ganztagsschulen fordern. Einen Beschluss für eine Erhöhung rechtzeitig zum nächsten Schulhalbjahr gab es trotzdem nicht. Dazu lagen die Auffassungen über Art und Höhe der Entgelte zu weit auseinander.

47 000 Euro weist der Haushalt 2014 als Kosten für die Offene Ganztagsschule (OGS) aus. Nur geschätzte 3200 Euro bringen die Eltern der durchschnittlich 30 teilnehmenden Kinder davon über ihre Beiträge auf. Der Blick in die Satzungen umliegender Schulen fördert Monatsbeiträge ab 50 Euro zu Tage. Eine sofortige Angleichung, die einer Erhöhung um 300 Prozent entspräche, schlossen die Mitglieder des Schulverbandes aber aus.

Lange Diskussionen gab es jedoch über die Vergleichsgrößen. Sind die Angebote und Beiträge aus Schönwalde mit denen aus Süsel oder Eutin vergleichbar? Sollen die Beiträge aller Offenen Ganztagsschulen im Kreis zum Vergleich herangezogen werden? Um diese Fragen wurde gerungen. Martin Boesmann (CDU) favorisierte eine detaillierte, auf die Kosten pro Teilnehmer heruntergebrochene Übersicht aller Ganztagsschulen im Kreis und bot sogar seine Unterstützung bei der Auswertung an. Kasseedorfs Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) plädierte für eine maßvolle Lösung, die sich einzig an den Schönwalder Verhältnissen orientieren solle. Ihre Parteikollegin Bärbel Seehusen plädierte für einen Monatsbeitrag von 50 Euro. Bis zur nächsten Sitzung soll die Verwaltung nun Vergleichszahlen aus ländlichen Schulen ermitteln. Susanne Frenke, verantwortlich für die Organisation der OGS, signalisierte die Bereitschaft der Eltern, höhere Beiträge zu zahlen, sie sollten jedoch aktiv beteiligt werden. Diese Botschaft übermittelte auch Verbandsvorsteherin Angela Hüttmann (SPD) aus Gesprächen mit Elternvertretern. Auch hier sei man zur Erkenntnis gekommen, bislang sehr günstige Beiträge zu zahlen. Susanne Frenke gab überdies zu bedenken, dass die Höhe der Beiträge auch über die Verbindlichkeit entscheide, die eine Anmeldung zur OGS habe. Bei nur 12,50 Euro monatlich ließen Eltern ihre Kinder schneller mal zu Hause und Vorbereitungen der Betreuer erfolgten vergebens.

Abgelehnt wurde die Änderung der Hauptsatzung des Schulverbandes, die bei Personalentscheidungen eine Vorberatung in den Gemeinden und Einstimmigkeit im Schulverband vorsah. Regina Voß war überrascht, das Thema überhaupt auf der Tagesordnung zu finden und zweifelte an der Notwendigkeit eines „solch engen Korsetts“. Auch Martin Boesmann sah keinen Vorteil: „Es hindert uns eher, dass es uns hilft.“ Angestoßen hatte die Änderung Bärbel Seehusen, die im Paragrafen 19 der Satzung finanzielle Risiken für die Verbandsgemeinden sieht. Dort wird geregelt, dass Angestellte des Schulverbandes bei Wegfall ihrer Aufgabe durch die Gemeinden übernommen werden sollen. Dies betreffe längst nicht mehr nur einen Hausmeister oder Reinigungskräfte, warnte Seehusen, sondern mit der OGS auch pädagogisches Personal. Im Falle einer Schließung der Schule oder eines Trägerwechsels der OGS müssten die Gemeinden dieses übernehmen.

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