Plön : Die Eltern werden zur Kasse gebeten

Die Eltern der Schüler im Kreis Plön werden ab dem nächsten Schuljahr wieder an den Kosten für die Schülerbeförderung beteiligt.

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15. April 2011, 11:50 Uhr

Plön | Darauf verständigte sich gestern Abend der Kreistag nach kontroverser Diskussion. Die Einnahmen sollen rund eine halbe Million Euro in die Kreiskasse bringen - Geld, auf das der Kreis Plön bei seiner desolaten Finanzlage nicht verzichten könne.

Das Land hat per Gesetz verfügt, dass die Kreise die Eltern an der Schülerbeförderung beteiligen müssen. Walter Riecken (SPD) klagte: "Das Land verlagert die Kosten auf andere." Bildung sei ein wichtiges Gut, die finanzielle Beteiligung der Eltern allerdings eine Hürde.

"Keiner greift gern einem anderen in die Tasche", stellte sich Landrat Dr. Volkram Gebel vor die Entscheidung des Landes. Angesichts seiner Finanzsituation sei der Kreis gezwungen, Geld von den Eltern für die Schülerbeförderung zu erheben. Eltern, die Hartz-IV- oder Wohngeldempfänger seien, müssten aber für die Busfahrten ihrer Kinder zur Schule nichts bezahlen. Für Geringverdiener gebe es eine Sozialstaffel. Vorsorglich wies Gebel darauf hin, dass er Widerspruch einlegen müsse, wenn der Kreistag die Einführung der Elternbeteiligung an den Kosten der Schülerbeförderung ablehnen sollte.

Ausgangslage der Diskussion sei die Finanzsituation des Landes, sagte Thomas Hansen (CDU): "Schleswig-Holstein ist das Griechenland Deutschlands." Hans-Jürgen Gärtner (CDU) wies darauf hin, dass es immer weniger Schüler auf dem Land gebe: "Da sind die Autofahrer froh, wenn ihnen nicht nur Hühner, sondern auch mal ein Kind vors Auto läuft", sagte er ironisch.

Manche Eltern wählten aber auch eine entferntere als die Dorfschule. Sie müssten dann auch mit höheren Beförderungskosten rechnen. Für Peter Sönnichsen (CDU) "geht es um viel Geld, und die SPD macht sich vom Acker". Ein Antrag der UWG von Dr. Claus Thies, für jeden Schüler pro Schulwoche ein Euro zu erheben, was 40 Euro im Jahr ausmachen würde, fand keine Mehrheit.

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