"Die deutsche Sprache ist gar nicht so schwer!"

Sie bringen Schlauchtubas, Kronkorkenrasseln und Papiertrommeln zum Klingen: Die Teilnehmer des Projekts geben heute ein Konzert auf selbstgebastelten Instrumenten.  Foto: Dorthe Arendt
1 von 2
Sie bringen Schlauchtubas, Kronkorkenrasseln und Papiertrommeln zum Klingen: Die Teilnehmer des Projekts geben heute ein Konzert auf selbstgebastelten Instrumenten. Foto: Dorthe Arendt

Avatar_shz von
24. Juli 2009, 10:21 Uhr

Bad Malente-Gremsmühlen/ | Hämmern, Sägen, Rasseln, Stimmen: Die Luft am Jugenddorf ist mit Geräuschen erfüllt. Aus Holzstangen, Bindfaden und Luftballon wird ein Bass. Biegsame Plastikrohre verwandeln sich in Schlauchtubas.

46 Kinder sind hier am Werk, sie basteln Instrumente für ihren Abschlussabend. Heute ist ihr letzter Tag in Bad Malente-Gremsmühlen - drei Wochen waren sie in Ostholstein, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Dafür sind viele weit gereist: Aus Japan, Brasilien oder Peru stammen die Schüler, die am Projekt des Goethe-Instituts teilnehmen. Die Organisation veranstaltet diese Kinderkurse in Süddeutschland, Berlin und in Bad Malente- Gremsmühlen.

Über 20 Nationen sind im Jugenddorf aufeinander getroffen, begleitet von vier Lehrerinnen und sechs Betreuern. Die Kinder haben gemeinsam vier Stunden Deutsch pro Tag gebüffelt, Fußball oder Theater gespielt und die Umgebung erkundet. "Die Natur ist hier ganz anders als bei mir zu Hause", erzählt Kris. Der Elfjährige kommt aus Hongkong, ist bereits zum vierten Mal in Deutschland - in Malente war er allerdings bisher noch nie.

"Sehr cool" ist das Urteil der elfjährigen Nicole aus Polen über den Kurs. Am besten findet sie die gemeinsamen Unternehmungen und Ausflüge nach Eutin oder Hamburg. Dem 13-jährigen Christoffer gefällt der Unterricht besonders: "In Mexiko habe ich nur ein bis zwei Stunden Deutsch pro Woche, hier vier Stunden pro Tag. Mein Deutsch hat sich schon verbessert", berichtet der Mexikaner.

"Deutsch ist gar nicht so schwer!" findet der 13-jährige Yassin aus Tunesien: Er lebt seit einem Jahr in Lüneburg, genauso lange lernt er die deutsche Sprache und besucht dort das Gymnasium. Für Yassin ist bei dem Kurs am wichtigsten, Kontakte zu knüpfen und die neuen Freunde auch in ihren Heimatländern besuchen zu können.

Kleine Reibereien oder Auseinandersetzungen hat es auch gegeben - aber nun kennt Christoffer zum Beispiel den Begriff "Pflaster". Zwei Jungen hätten sich gestritten, berichtet Kursleiter Florian Walz. "Aber das auf Deutsch", fügt er lächelnd hinzu.

Heute werden die Kinder bei ihrem Abschlussfest auf ihren Instrumenten gemeinsam musizieren und dazu Texte singen - natürlich auf Deutsch. "We Will Rock You" steht auf dem Spielplan. Auf Perfektion komme es dabei gar nicht an, sondern vielmehr den Spaß, verdeutlicht der Kursleiter. Das gilt auch für den gesamten Kurs: "Die Kinder sollen ein Gefühl für die Sprache bekommen, ausprobieren, Land, Leute und Kultur kennen lernen."

Auch der Austausch mit Kindern aus anderen Nationen bedeute eine Erweiterung des Horizonts. "Und natürlich wollen wir die Kinder zum Weiterlernen motivieren", sagt Walz.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen