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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 14:07 Uhr

„Die Bedingungen sind perfekt“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Deutscher Handball Bund hält von Sonntag bis heute Sichtungslehrgang mit U17-Talenten im Malenter Sport- und Bildungszentrum ab

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 16:48 Uhr

Wenn es nach dem Bundestrainer für die Junioren, Christian „Blacky“ Schwarzer, geht, wird der Sichtungslehrgang der Nachwuchs-Handballer des Jahrgangs 1998 im Sport- und Bildungszentrum nicht der letzte gewesen sein. „Die Bedingungen sind perfekt, wir haben kurze Wege und es gibt ausgezeichnete Trainingsmöglichkeiten“, sagt Schwarzer.

Für ihn war der Besuch in Malente eine Premiere. Er habe als „sportbegeisterter Mensch“ als Erstes den Geist von Malente gegoogelt, verrät der Handball-Weltmeister von 2007. Die 36 besten Spieler des Geburtsjahrgangs 1998 zeigen von Sonntag bis heute ihr Können. Christian Schwarzer hat jeweils 18 Spieler ins Sport- und Bildungszentrum Malente und in die Sportschule der Bundeswehr nach Warendorf eingeladen. „Unsere Idee war, dass wir uns bei der Sichtung nicht auf 18 Spieler beschränken wollten“, erläutert Christian Schwarzer. Insgesamt sollen 40 bis 50 Spieler im Blickfeld bleiben. Gerade in dem Alter gebe es Entwicklungssprünge, sowohl körperlich, als auch vom Leistungsvermögen. Regional ist die Trainingsgruppe bunt gemischt, Nord und Süd, Ost und West sollen sich kennen- und miteinander Handball spielen lernen. „Wir profitieren hier auch von der guten ICE-Verbindung von Karlsruhe aus.“ Die beiden Trainer werden in Malente von Christof Kolodziej (Landestrainer Bayern), Zsolt Homovics (Landestrainer Westfalen), Athletiktrainer Mark Sandmann und Torwart-Trainer Matthias Schröder sowie dem Physiotherapeuten Roland Müller unterstützt. Klaus-Dieter Petersen leitet in der Sporthalle das Training. Er gibt einen kurzen Überblick über das Programm, an dessen Ende ein Wurfwettbewerb steht. Er hat sich um die organisatorischen Belange gekümmert, den Lehrgangsort Malente ins Spiel gebracht.

„Jeder Spieler hat hier die Chance, sich zu empfehlen“, sagt Christian Schwarzer. Die Handball-Bundesligavereine hätten von den Fußballern gelernt. „Wir haben uns einige Dinge abgeschaut, allerdings haben wir nicht die finanziellen Möglichkeiten, die der Fußball hat“, stellt der Trainer fest. Und: „Jeder Bundesligist macht sich Gedanken um die Nachwuchsarbeit.“

Im Jahr 2014 ist die Sichtung in Warendorf und Malente die vierte und letzte Maßnahme. Schwarzer sieht Erfolge, die ersten Früchte der gezielten Nachwuchsförderung werden sichtbar. Die Einführung der Jugend-Bundesligen sei ein wichtiger Schritt gewesen. „Andere Nationen beneiden uns, weil wir so viele Spieler in hoher Qualität haben.“

Wann ist der richtige Moment für den Schritt in den Leistungshandball? „Nach der ersten Sichtung, so mit 14 bis 15 Jahren, sollten die Jungs im Leistungszentrum sein, um die notwendigen Trainingsumfänge zu haben“, rät Christian Schwarzer. Dabei spielen auch das schulische und familiäre Umfeld eine Rolle. Die Spieler müssten sich wohl fühlen. Apropos Schule: Auch beim Vier-Tage-Lehrgang in Malente lernen die Spieler für die Schule, es sei nach Absprache mit den Schulen auch möglich, während des Lehrgangs Klausuren zu schreiben.

Der Jahrgang 1998 hat sportlich die Fahrkarte zum „European Youth Olympic Festival“ verpasst, das 2015 in Georgien ausgetragen wird. So bleibt als Großereignis für diese Spieler die U18-Europameisterschaft im Jahr 2016 in Polen.

2014 waren drei Länderspiele im Sommer in Frankreich für die U17-Handballer die Höhepunkte des Sportjahres, die Bestandteil des deutsch-französischen Jugendwerks sind. Christian Schwarzer hat für den Nachwuchs einen besonderen Motivationsanreiz im Blick: „Es wäre schön, wenn der Deutsche Handball Bund ein großes Jugendturnier, wie Europa- oder Weltmeisterschaft ausrichten würde.“ Bei Jugendländerspielen seien die Zuschauerränge immer sehr gut besetzt – und mit dem Geist von Malente im Rücken haben ja auch schon andere Nationalmannschaften Berge versetzt.

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